18.09.2019 16:30 |

Tourismus

Bad Gastein saniert drei historische Hotels

Es tut sich etwas in Bad Gastein. Drei leerstehende Hotels sollen renoviert und wieder saniert werden. 2023 ist die Neueröffnung geplant.

Drei seit Jahren leer stehende Belle-Epoque-Häuser am Straubingerplatz im Zentrum von Bad Gastein sollen im Jahr 2023 als revitalisiertes Hotelensemble unter der Führung von Travel Charme Hotels & Resorts wiedereröffnet werden. Die Projektkosten belaufen sich auf 50 bis 60 Millionen Euro. Ende 2022 will die Gemeinde eine unterirdische Fußgängerverbindung bis zum Bahnhof fertiggestellt haben.

Die Münchner Hirmer-Gruppe, zu der das Travel Charme gehört und die im November 2018 die drei von baulichem Verfall bedrohten, denkmalgeschützten Liegenschaften gekauft hatte, gab am Dienstagabend bei einem Lokalaugenschein in Bad Gastein einen ersten Einblick in ihre Pläne. Das ehemalige Grandhotel Straubinger, wo in der k. &. k. Monarchie noble und adelige Gäste auf Kur weilten, und das Badeschloss, das Fürsterzbischof Colloredo im 18. Jahrhundert erbauen ließ, werden zu einem Hotel der Fünf- bzw. Vier-Sterne-Kategorie mit insgesamt 130 Gästezimmern für ein urbanes Publikum umgebaut. Im Konzept enthalten sind auch Spa-Bereiche samt Außenpool, Cafe, Bars und Restaurants.

„Wir wollen den Spirit der Geschichte erhalten“, sagte Architekt Markus Kaplan, geschäftsführender Gesellschafter der BWM-Architekten und Partner ZT GmbH aus Wien. Die großteils gut erhaltene Bausubstanz, auch Teile des historischen Interieurs, der mondäne Speisesaal im Hotel Straubinger und die Fassaden fließen behutsam in das Gesamtkonzept ein und sollen die Vergangenheit mit der Gegenwart verbinden. Das Straubinger wird auf den gediegenen und das Badeschloss auf den eher sportlichen Gast zugeschnitten.

Die Planungsphase ist noch nicht abgeschlossen, erklärte Daniel Eickworth, Geschäftsführer der Hirmer Immobilien. Auch die Baugenehmigung fehlt noch. Die Umbaupläne sollen nächstes Jahr eingereicht werden, der eigentliche Umbau soll im Herbst 2020 beginnen. Für die Bauzeit wurden zwei Jahre berechnet. Die unterirdische Verbindung, die nur wenige Meter vom Straubingerplatz entfernt Touristen wie Bewohner mit einem Förderband die rund achtzig Höhenmeter hinauf durch einen Felsen zum Bahnhof und der angrenzenden Talstation der Stubnerkogelbahn und der Felsentherme transportiert, werde als erster Schritt des Verkehrskonzepts umgesetzt, sagte Bürgermeister Gerhard Steinbauer. Er sprach von einer „massiven Aufbruchstimmung“, einem „positiven Spirit“, der in Bad Gastein mit der Belebung des Straubingerplatzes und der drei Häuser spürbar sei. Der Ort habe die letzten Jahre sehr unter der bisherigen Situation gelitten.

Zur Vorgeschichte: Das Hotel Straubinger, das Postgebäude und das Badeschloss waren gemeinsam mit dem Kongresszentrum und dem ebenfalls denkmalgeschütztem Haus Austria in den Jahren 1999 bis 2005 vom Wiener „Garagenkönig“ Franz Duval und dem Wiener Architekten Franz Wojnarowski erworben worden. Anfängliche Zusagen, die Häuser revitalisieren zu wollen, erfüllten sich allerdings nicht - die Gebäude verfielen zusehends. Nach dem Tod Duvals 2013 übernahm sein Sohn Philippe das Erbe. Gespräche über eine Lösung für die Häuser scheiterten zunächst.

Schließlich kaufte das Land Salzburg über den Wachstumsfonds die drei Häuser von Duval und Wojnarowski im Herbst 2017 um rund sechs Millionen Euro, steckte noch mindestens eine weitere Million Euro in die Instandhaltung der Liegenschaften und verkaufte diese um 7,5 Mio. Euro an die Hirmer-Gruppe. Diese verpflichtete sich zur Errichtung zumindest eines gewerblichen Hotelbetriebs in der Kategorie „4-Stern-Superior“ oder „5-Stern“ binnen drei Jahren ab Erlangung der notwendigen Genehmigungen. „Wir wollen ein behutsames Umgehen mit dem kulturellen Erbe“, sagte Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), der heute zu dem Lokalaugenschein gekommen war.

Die Travel-Charme-Gruppe betreibt in Österreich und Deutschland elf Häuser in der Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie. In Salzburg wurde 2012 ein Bergressort in Werfenweng im Pongau eröffnet, im Jahr 2022 ist die Eröffnung eines weiteren Hotelressorts in Strobl am Wolfgangsee im Flachgau mit 119 Zimmern und Suiten geplant.

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