21.07.2019 19:53 |

Konrad nun 29.

Tour-Spitze zusammengeschoben - Alaphilippe führt!

Die Tour de France geht völlig offen in ihre entscheidende Woche. Die Spitze hat sich am Sonntag auf der dritten und letzten Pyrenäen-Etappe noch einmal zusammengeschoben. Der Franzose Julian Alaphilippe büßte etwas Zeit ein, behauptete aber das Gelbe Trikot. Die Österreicher hatten mit der Entscheidung in Foix Prat d‘Albis nichts zu tun. Der Brite Simon Yates holte sich seinen zweiten Tagessieg. 

Als Gewinner durfte sich auch Thibaut Pinot fühlen, der schon am Vortag auf dem Col du Tourmalet triumphiert hatte. Der Franzose attackierte am Schlussanstieg aus der Gruppe der Favoriten und machte als Etappenzweiter Zeit gut. Alaphilippe führt nach der 185 km langen 15. Etappe nun 1:35 Minuten vor Vorjahressieger Geraint Thomas. Dahinter folgen mit knappem Abstand der Niederländer Steven Kruijswijk (+1:47 Min.) und Pinot (+1:50).

Hinter Thomas‘ Ineos-Teamkollegen Egan Bernal (2:02) lauert als Sechster auch Deutschlands neue Radsport-Hoffnung Emanuel Buchmann (2:14) auf einen möglichen Podestplatz. Der Niederösterreicher Gregor Mühlberger begleitete seinen Bora-Stallgefährten bis in den Schlussanstieg hinein, musste im Lauf der 11,8 km langen Steigung aber abreißen lassen. Am Ende kam er bei immer stärker werdendem Regen als Tages-36. ins Ziel.

Landsmann Patrick Konrad, der als gleichberechtigter Kapitän mit Buchmann in die Tour gestartet war, hatte sich nach seinem Rückfall auf dem Tourmalet früh einer Spitzengruppe mit einigen hochkarätigen Namen, darunter Nairo Quintana und Vincenzo Nibali, angeschlossen. Im Finish konnte er aber nicht mithalten. Konrad kam mit über 26 Minuten Rückstand ins Ziel, fiel als bester Österreicher in der Gesamtwertung auf Position 29 zurück.

Pinot stark
Von den frühen Ausreißern behauptete sich der Deutsche Simon Geschke am längsten, gegen Yates war er aber chancenlos. Der Brite feierte seinen zweiten Etappensieg in den Pyrenäen, nachdem er schon am Donnerstag in Bagneres-de-Bigorre vorangelegen war. Dahinter demonstrierte Pinot seine Stärke. Der 29-Jährige attackierte sechs Kilometer vor dem Ziel. Zuerst ließen Thomas und Kruijswijk abreißen, dann kam auch Alaphilippe nicht mehr mit.

„Es ist keine Überraschung, dass ich am Ende der zweiten Woche gegen die besten Kletterer Federn lassen muss“, meinte der Spitzenreiter. „Ich hätte heute nicht mehr tun können.“ Alaphilippe war bisher vor allem als Klassikerjäger bekannt. Der Weltranglisten-Erste fährt nach seinem Sensationssieg am Freitag im Zeitfahren erstmals auf das Gesamtklassement. Thomas hat für die Entscheidung in den Alpen aber vor allem Pinot auf der Rechnung. „Er ist in großer Form, aber er ist nicht der Einzige“, meinte der Titelverteidiger. Am Montag folgt der zweite und letzte Ruhetag der 106. Tour-Auflage, bevor in der zweiten Wochenhälfte die drei entscheidenden Alpen-Etappen anstehen.

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