11.07.2019 11:16

Sektenbericht 2018

Von Staatsverweigerern, Satanismus und Esoterik

Die Bundesstelle für Sektenfragen hat der Bundesregierung am Mittwoch ihren Tätigkeitsbericht für 2018 präsentiert. Die Einrichtung verzeichnete im Vorjahr 429 Beratungsfälle, 2017 waren es 402 gewesen. 95 Prozent der Anfragen betrafen weder gesetzlich anerkannte noch staatlich eingetragene Religions- oder Bekenntnisgemeinschaften. Die meisten Medienanfragen gab es zu Staatsverweigerern.

Im Vorjahr wandten sich insgesamt 1649 Personen an die Bundesstelle. Im Rahmen der psychosozialen Beratung und Begleitung von 429 Beratungsfällen setzten sich 247 Frauen und 182 Männer mit der Einrichtung in Verbindung. Oft bemühten sich nicht die Betroffenen selbst um Hilfe, sondern deren Angehörige. Die meisten Anfragen kamen aus Wien. Insgesamt wurde die Sekten-Stelle zu 243 unterschiedlichen Gemeinschaften, Bewegungen, Organisationen, Bereichen und Themen angefragt.

Die Einrichtung beschäftigte sich dem Tätigkeitsbericht zufolge auch 2018 mit einer Vielzahl an Themen wie Esoterik, Okkultismus, Satanismus, Wunderheilungen, fundamentalistischen Strömungen, Verschwörungstheorien, Angeboten zur Lebenshilfe bis hin zu religiösem Extremismus. In ihrem 20-jährigen Bestehen wurde bei der Bundesstelle bereits zu mehr als 2600 unterschiedlichen Gemeinschaften, Organisationen und Angeboten angefragt.

Auch Dutzende Medienanfragen
Die Bundesstelle für Sektenfragen hatte aber nicht nur mit Anfragen von Betroffenen und Angehörigen zu tun. Auch Medienanfragen gingen immer wieder ein. Interessant dabei: Die meisten betrafen die sogenannten Staatsverweigerer. Dieser Bereich, Angebote aus der Esoterikszene und weltanschaulich bzw. ideologisch begründeter häuslicher Unterricht waren die Hauptthemen der mehr als 80 Medienanfragen an die Bundesstelle.

Im Bereich der Staatsverweigerer richtete sich der Fokus 2018 besonders auf den „Staatenbund Österreich“. Der Prozess in Graz gegen 14 Mitglieder rückte dieses Phänomen in den Mittelpunkt. Neben den Motiven der Anhänger dieser Bewegung bestand großes Interesse an gesamtgesellschaftlichen Ursachen und Auswirkungen.

Interesse an häuslichem Unterricht und der #MeToo-Bewegung
Viele Medienanfragen langten zu häuslichem Unterricht ein. In diesen Fällen bestand oftmals die Gefahr, dass Rechte von Kindern und Jugendlichen auf Bildung und Partizipation an der Gesellschaft verletzt werden könnten.

Schließlich fand dem aktuellen Bericht zufolge auch die #MeToo-Bewegung Eingang in die religiöse und weltanschauliche Szene, weil Frauen ihre negativen Erfahrungen mit spirituellen Lehrern und Meistern öffentlich machten.

 krone.at
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