07.07.2019 12:08 |

Aber Sorge wird größer

Vorbild Serena jetzt ein Fan von Wunderkind Gauff

Nach sechs Siegen en suite hat sich Wunderkind Cori „Coco“ Gauff schnell in die Herzen der Tennisfans gespielt. Die seit 13. März erst 15-jährige US-Amerikanerin hat mit Siegen über Venus Williams, Magdalena Rybarikova und zuletzt nach Abwehr von zwei Matchbällen über Polona Hercog das Wimbledon-Achtelfinale erreicht. Mit ihrer frischen, unbekümmerten Art hat Gauff auch Superstar Serena Williams beeindruckt.

„Sie macht alles großartig“, meinte Williams, die selbst nach ihrem Sieg über die Deutsche Julia Görges wieder in der zweiten Turnier-Woche auf dem „heiligen Rasen“ steht. „Ich bin ein großer Fan und freue mich so für sie. Ich liebe ihre Familie und könnte nicht stolzer auf sie sein“, streute die 37-jährige Williams ihrer möglichen Nachfolgerin als großer Name des Damentennis Rosen. Gauff sei anders als viele 15-Jährige. „Sie ist auf einem anderen Level, sie ist ready.“

Von Platz 313 in die Top 140
Schon jetzt steht fest, dass sich Gauff von Platz 313 in die Top 140 schieben wird. Sollte sie ihren Lauf am Montag sogar gegen die rumänische Ex-Nummer 1 Simona Halep fortsetzen, katapultiert sich die in Atlanta, Georgia geborene und nun in Florida lebende Gauff schon in die Top 100. Schon jetzt ist sie die jüngste Spielerin in einem Wimbledon-Achtelfinale seit Jennifer Capriati 1991 mit damals 15.

Früher, erinnert sich Williams, seien derartige Erfolge in jungen Jahren etwas Normales gewesen. „Martina (Hingis) war mit 16 Nummer eins und wir waren mit 17 schon hinter den Erwartungen“, so Williams, die mit 17 ihr erstes Major-Turnier gewonnen hat. „Damals gab es sehr viel Druck auf uns.“ Dann hat sich die Leistungsfähigkeit altersmäßig wieder nach hinten verschoben, doch 2019 haben schon mehrere Teenager wie Bianca Andreescu (CAN/18), Dajana Jestremska (UKR/18) und Amanda Anisimova (USA/17) Titel gewonnen und die 19-jährige Marketa Vondrousova stand zuletzt im French-Open-Finale.

Supertalent als Quoten-Hit
Doch von all den Erwähnten hat Gauff, die schon seit Jahren als Supertalent gilt, das größte Potenzial, auch in der Wirkung nach außen. Bei den BBC-Einschaltziffern ist Gauff schon jetzt ganz vorne dabei. Von den acht meistgesehenen Matches der diesjährigen Wimbledon-Auflage mit Stand Freitag listete der britische Host-Broadcaster gleich drei Mal die Partien von Gauff: Ganz oben mit Abstand war ihr Sieg über Hercog mit 5,2 Mio. Sehern, immerhin um 1,5 Mio. mehr als beim Schlager von Rafael Nadal gegen Nick Kyrgios. Auch die anderen beiden Partien schafften es mit über zwei Millionen Zuschauern in die Top 8.

Früher war Serena Williams als Poster in Gauffs Kinderzimmer zu sehen. „Das ehrt mich, ehrlich“, meinte Williams, und ist sicher: „Bald wird sie auf den Wänden anderer junger Mädchen hängen.“

Nur 10 Events erlaubt
Interessant wird nun wieder einmal die Diskussion um bestimmte, zum Schutz junger Spielerinnen verhängte WTA-Regeln werden. Denn mit 15 darf man eigentlich nur 10 Events spielen, mit diversen Verdiensten kann man dies um vier weitere Einsätze erhöhen. Laut WTA hat sich Gauff als French-Open-Juniorensiegerin 2018 und einem Top-5-Platz bei den Junioren Ende 2018 schon zwei dieser Zusatzeinsätze erspielt. Inklusive Wimbledon hat Gauff sieben von insgesamt 14 möglichen Turnieren bis zu ihrem 16. Geburtstag am 13.3.2020 bestritten.

Aber Sorge wird größer
Tennis-Ikone John McEnroe warnte vor dem Hype, der auch Persönlichkeiten wie Michelle Obama, Earvin Johnson oder die Schauspieler Reese Witherspoon, Samuel L. Jackson und viele andere erfasst hat. „Ich mache mir ein wenig Sorgen, ob das viel zu früh ist“, warnte der 60-jährige US-Experte. Gauff gibt vor, gegen Halep so ins Match zu gehen wie auch in den bisherigen Spielen. „Meine Routine hat bisher ganz gut geklappt.“ Doch als typisches Kind der „Social-Media-Generation“ hat sie sämtliche Huldigungen auf der ganzen Welt gelesen und gesehen. „Danke für all die surreallen Nachrichten und den Fan-Support. Es war eine Traumwoche“, twitterte Gauff und hat noch nicht genug. „Lasst uns so weitermachen!“

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