13.06.2019 16:54 |

Sepp Egarter:

„Die Berge sind mein zu Hause!“

Die Berge der Welt und vor allem der Kanzianiberg sind die Heimat von Bergführer Sepp Egarter, der seit vier Jahrzehnten Kinder für den Bergsport begeistert.

Mein Credo war es, immer geistig und körperlich fit zu sein und das ist mir am Berg auch gelungen, erzählt der Villacher Bergführer Sepp Egarter der „BergKrone“. Er ist österreichweit in der Bergsportszene seit Jahrzehnten alles andere als ein Unbekannter. Sepp und sein Bergführer-Kollege Gerry Sagmeister sind es auch, die den Klettergarten Kanzianiberg in Finkenstein zu jenem touristischen Hotspot gemacht haben, der er heute ist.

Bergkarriere startete im Maltatal

Doch die Bergkarriere des 68-Jährigen hat nicht am „Kanzi“ begonnen, sondern im Maltatal. „Ich bin als Kind im Maltatal aufgewachsen, wo meine Eltern eine Almwirtschaft betrieben haben und wir sind in den Bergen herumgekraxelt.“ Rasch fand Sepp beim Bergsteigen ein sportliches zu Hause. „Ich war kein Fußballer, kein Tennisspieler und kein Radfahrer, dafür bewegten mich die Berge - auch heute noch.“ „Wir sind damals ziemlich wild herum gestiegen, haben schwere und gefährliche Sachen gemacht, ohne wirklich Ahnung von Seil- und Sicherheitstechnik zu haben. Wir waren naiv.“

Beruflich zog es Sepp bald darauf nach Villach, wo er als Lokführer arbeitete und über den Alpenverein Villach Gleichgesinnte kennenlernte. „Wir sind beim Klettern bis an unsere Leistungsgrenzen gegangen und ich wollte mich immer weiter entwickeln.“ Mit 20 absolvierte Sepp die Ausbildung zum Bergretter und kurz darauf zum Bergführer. Es folgten Bergabenteuer weltweit, in den Julischen Alpen, den Westalpen, wo Sepp einige große Klassiker machte, wie den Frêney-Pfeiler am Mont Blanc, aber auch Touren rund um die höchsten Berge der Welt im Himalaya und Karakorum sowie in Patagonien. Berühmte Gipfel wie Alpamayo, Damawand oder Kasbek sind in Sepps Tourenbuch aufgelistet.

„Für mich das Wichtigste in meinem Bergsteigerleben war die Horizonterweiterung, wenn du als kleiner ,Maltingerbua‘ plötzlich vor einem Everest oder K2 stehst.“ Doch kein Berg der Welt hat das Leben von Sepp so sehr geprägt, wie der Kanziani-Fels. „Ich bin 1970 zum ersten Mal in den Klettergarten gekommen, es gab nur wenige Routen und es war eine kleine Gruppe, die hier herumgekraxelt ist.“ „Hätte mir nie gedacht, dass der Kanzi-Fels mich ein Leben lang begleiten wird.“Doch die Szene wurde größer und das Sportklettern entwickelte sich zu einem Hochleistungssport. „Wir bohrten immer mehr neue Routen und erschlossen immer neue Bereiche“, erzählt der 68-Jährige, der auch seit 1993 in der Betreibergesellschaft sitzt und 1997 die Alpinschule Vier Jahreszeiten gründete. Besonders aktiv ist Sepp im Bereich Schulsport.

Er brachte rund 40.000 Schülern aus ganz Österreich den Klettersport am Kanzianiberg näher. Und auch heute noch gibt es für Sepp wenig Schöneres, als seine Leidenschaft für Bewegung draußen in der Natur weiter zu vermitteln. „Solange der Herrgott mir es erlaubt, werde ich führen“, so der sympathische Villacher. 

Hannes Wallner
Hannes Wallner

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