Facebook-Darstellung

Kopf unter Polizeiauto: Protokoll des Aktivisten

Wien
06.06.2019 16:23

Der Name Anselm Schindler geistert seit ein paar Tagen durch zahlreiche deutschsprachige Medien. Der Deutsche ist Buchautor, Journalist und Umweltaktivist - und zwar jener, der bei seiner Festnahme am vergangenen Freitag (siehe auch krone.tv-Interview oben) im Zuge der Klimademo in Wien mit seinem Kopf beinahe unter den Reifen eines Polizeiautos geraten war.

Wie seinem Facebook-Profil zu entnehmen ist, war Schindler bereits am 29. Mai von München nach Wien gereist. Am Donnerstag hielt er beim „4. Klimacamp bei Wien“ einen Vortrag über Naturzerstörung sowie Ökologie in Kurdistan und bewarb die Kampagne „Make Rojava Green Again“. Am Freitag nahm der Aktivist dann an der Klimademo teil und postete laufend die Geschehnisse auf Facebook. „Die Räumung der Aspernbrücke hat begonnen“, schrieb er um 15.52 Uhr.

Wenig später dürfte es dann zu der dramatischen Szene gekommen sein, die auf Video festgehalten und veröffentlicht wurde: Schindler wurde von Polizisten gepackt, zu Boden gedrückt. Sein Kopf landete unter einem Polizeibus, der sich plötzlich in Bewegung setzte. In letzter Sekunde rissen die Beamten den Aktivisten hoch.

Nacht in Arrestzelle verbracht
Schindler landete anschließend, so wie fast 100 weitere Aktivisten, in einer Arrestzelle. Am Samstag um 7 Uhr wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Noch am selben Abend postete der Umweltschützer einen Beitrag von krone.at über den Vorfall - inklusive verbalem Seitenhieb gegen die Kronen Zeitung.

„Habe Glück, wahrgenommen zu werden“
Seither ist Schindler in zahlreichen Medien präsent. „Ich habe das Glück, mich selbst gegen Unrecht und Gewalt wehren zu können und wahrgenommen zu werden. Was auch daran liegt, dass ich weiß bin, einen deutschen Pass besitze und ein stabiles soziales Umfeld habe“, so Schindler dazu.

Prellungen erlitten
Laut einem Bericht der Münchner Abendzeitung erlitt Schindler durch das Vorgehen bei der Festnahme „Prellungen an Armen und Beinen sowie Schmerzen am Kiefer“. Auf Twitter postete der Münchner zudem ein Foto seines geröteten Handgelenks. Anzeige gegen die Polizisten erstattete er laut Medienberichten bisher nicht. Gegen die an der Festnahme beteiligten Beamten ermittelt bereits die Staatsanwaltschaft.

Aktivist Anselm Schindler wäre in Wien beinahe unter die Räder gekommen. (Bild: Screenshots/facebook.com/Anselm Schindler/Ende Geländewagen, APA/Herbert Pfarrhofer, krone.at-Grafik)
Aktivist Anselm Schindler wäre in Wien beinahe unter die Räder gekommen.

Zur Person
Anselm Schindler ist freier Journalist und Autor. Im Oktober 2018 wurde sein Buch „Die Strategie der Rose“ veröffentlicht. Am 28. Juni findet eine Buchpräsentation in Wien statt. Der Umweltaktivist ist Unterstützer der Kampagne „Make Rojava Green Again“. Schindler nimmt zudem regelmäßig an Demonstrationen für den Klimaschutz teil und hält Vorträge.

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