30.05.2019 15:10 |

Sichere Bahnkreuzungen

Lokführerin: „Bilder vom Unfall bleiben im Kopf!“

Bahnkreuzungen in Kärnten sollen sicherer werden. „Krone“ besichtigte bei einer Fahrt im Triebwagen mögliche Gefahrenstellen.

Die Bilder des schrecklichen Unfalls gehen ihr nicht mehr aus dem Kopf. „Ich arbeite daran, damit klar zu kommen“, sagt Bianca Bader. Die 33-jährige Lokführerin war in eine Kollision im Lavanttal verwickelt. Ein Auto war über den Bahnübergang gefahren, als sie gerade in ihrem Triebwagen heranbrauste. Anhalten war unmöglich. Die Bilanz: ein Schwer- und ein Leichtverletzter. Und ein schweres Trauma! „Auf so etwas ist kein Zugführer vorbereitet“, erzählt Bader.

Ein „Krone“-Team durfte an Bord ihres 145 Tonnen schweren Triebwagens, um die Bahnübergänge einmal von den Gleisen aus zu betrachten. Die Sonderfahrt führte von Klagenfurt nach Wolfsberg. Auf dieser Strecke gibt es 32 Eisenbahnkreuzungen.

Bremsweg von Zügen länger
„In 99 Prozent der Unfälle ist zu wenig Aufmerksamkeit des Autolenkers das Problem“, meint Herbert Ofner, der ÖBB-Sicherheitskoordinator. Wenn ein Auto vor dem Zug übers Gleis fährt, sei der Lokführer immer der Zweite. „Der Bremsweg hängt von Geschwindigkeit und Gewicht des Zuges ab. Im Vergleich mit einem Auto beträgt er aber das Zehnfache.“ Der Experte rät: „Wer zwischen Schranken eingeschlossen wird, muss sofort aufs Gas steigen und den Schranken durchbrechen.“ Dafür gebe es ja eigene Sollbruchstellen.

Im Vorjahr gab es in Kärnten sechs Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen. Im Jahr 2011 waren es zwölf, zwei davon endeten tödlich. „Wir arbeiten daran, immer mehr Eisenbahnkreuzungen aufzulassen“, sagt Ofner. Von den 329 Übergängen im Land seien 174 mit Lichtzeichen und Schranken gesichert. Vor den ungesicherten warnen Stopptafeln und Andreaskreuze. Johann Plösch von den ÖBB: „2018 wurden acht solche Gefahrenstellen aufgelassen.“

Kameras und Warnschilder an Bahnkreuzungen
Ein spezielles Pilotprojekt läuft derzeit im Lavanttal, wo eine Kamera das Verhalten von Autofahrern festhält - und zwar für eine Studie. Für noch mehr Sicherheit wurden an Kreuzungen Warnschilder vergrößert. Zudem wurden Erhebungen auf dem Asphalt gemacht.

Gerlinde Schager, Kärntner Krone

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