Prozess in Tirol

Prügelndes Frauchen: „Das ist die alte Schule!“

Weil sie ihre zwei Hunde beim Gassigehen immer wieder geschlagen und getreten haben soll, saß gestern eine 71-Jährige in Innsbruck vor Gericht. Die Rentnerin wurde zwar freigesprochen, handelte sich aber womöglich einen weiteren Prozess ein.

Beim Gassigehen mit ihrem Labrador soll die Frau öfters die Nerven verloren haben. „Ich bin seit 20 Jahren beim Tierschutzverein tätig. Ich schlage doch keine Hunde“, rechtfertigte sich die resolute 71-Jährige vor Richter Norbert Hofer. Doch drei Damen wollen beobachtet haben, wie das Frauerl immer wieder ihre zwei Hunde misshandelt haben soll. „Sie hat beim Gassigehen ihren Labrador immer wieder mit dem Ende der Leine geschlagen. Sie hat die Nerven verloren, weil der so verfressen war. Und der kleine wurde von ihr getreten“, schilderte eine Zeugin ihre Beobachtungen. „Ich hatte Mitleid mit den Tieren. Die haben ständig geheult.“ Aus Wut verpasste die Zeugin der Angeklagten schließlich einen Tritt in den Hintern.

„Falsch protokolliert“
Dass sie keine Tiere schlägt, betonte die Hundehalterin vor der Polizei noch nicht. Im Gegenteil: Die Rentnerin soll einer Beamtin ihre „Erziehungsmaßnahmen“ offenbar nach alter Schule geschildert haben. „Ich habe über das Gesäß des Hundes eingewirkt“, wurde zumindest protokolliert. „Blödsinn, das habe ich nie gesagt. Außerdem wurde ich nicht von einer Polizistin, sondern von einem Mann einvernommen. Und dann war auch noch der PC in der Inspektion kaputt“, meinte die Angeklagte. Für Richter Norbert Hofer war der Umgang mit den Tieren „weit entfernt von roher Misshandlung“. Er sprach die Frau frei. Denn ein Ausholen mit einer angeleinten 1,20-Meter-Leine sei nicht möglich. Weil die 71-Jährige nun aber im Verdacht steht, versucht zu haben, die Polizisten zu verleumden, könnte ihr ein weiterer Prozess blühen.

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