Fr, 24. Mai 2019
13.05.2019 23:43

krone.at fragt nach

EU-Wahl: „Was muss Brüssel verändern? Alles!“

Nur noch zwei Wochen bis zur nächsten Europawahl: Die einzelnen Parteien sind bereits voll im Wahlkampfmodus. Wofür sie stehen, ist klar, aber was ist den Bürgern für die Zukunft in der EU wichtig? Soll es mehr oder weniger Europa geben? krone.at hat mit Passanten über die bevorstehende EU-Wahl und ihre Wünsche für das europäische Zusammenleben gesprochen.

Montagvormittag am Praterstern in Wien. Wir sprechen eine Pensionistin an, die gerade mit ihrem Hund Gassi geht. Laut ihr hätte Österreich nie der EU beitreten dürfen: „Am Anfang ist uns versprochen worden, dass alles billiger wird. Jetzt ist alles teurer, wie zum Beispiel Lebensmittel oder das Wohnen.“

Bevormundung ist grauslich
Ebenfalls EU-skeptisch zeigt sich ein deutscher Wahlwiener, er lebt seit 50 Jahren in Österreich. Er fühlt sich von der EU-Spitze zu sehr bevormundet: „Das Schlimmste ist eigentlich, dass man mir vorschreiben will, was ich zu tun oder zu denken habe. Das greift so weit in die Politik der einzelnen Mitgliedsstaaten ein, dass es grauslich ist.“ Kurz darauf treffen wir auf eine junge Jus-Studentin. Das System der EU sei keineswegs perfekt und auf jeden Fall ausbaufähig. Trotzdem ist es ihrer Meinung nach besser „die EU zu haben, als die EU nicht zu haben“.

Habe Wahlkarte, falls ich verschlafe
Ein paar Meter weiter steigt ein Mann aus der Straßenbahn, er ist Systemtechniker und gerade auf dem Weg zur Arbeit. „Die Probleme, die auf uns zukommen, können nur global und nicht national gelöst werden“, ist der Wiener überzeugt. „Lieber mehr EU, jedoch in einer veränderten Form.“ Bei einer Unterhaltung mit einer Lehramtsstudentin wird klar, dass junge Menschen sehr wohl Interesse an der EU-Wahl zeigen: „Ich werde wählen. Ich habe mir eine Wahlkarte gecheckt und denke, dass ist das Einfachste was man tun kann. Am Sonntag aufzustehen fällt halt doch manchmal schwer.“

Es fehlen klare Positionen
Mit keiner der Parteien ist ein Versicherungsagent und Familienvater zufrieden. Ihn nervt die Art, wie heutzutage Wahlkampf gemacht wird: „Es fehlen einfach die klaren Aussagen darüber, wofür die einzelnen Parteien stehen. Ich will nicht wissen gegen wen oder was sie sind, sondern wofür sie sind.“ Schuld seien „sowieso immer die anderen“. Ein Pensionist, der gerade auf den Bus wartet, würde überhaupt gleich alles an der EU verändern und belächelt die ganze Situation: „Der ganze Zirkus mit dem Brexit ist ja schon reif fürs Kabarett!“ Neben dem Herrn steht eine Sozialarbeiterin. Für sie ist die europäische Gemeinschaft das Wichtigste: „Wir brauchen gemeinsame Ziele, je mehr zusammengearbeitet wird, desto mehr kann man erreichen.“

Markus Steurer
Markus Steurer

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