30.04.2019 12:26 |

„Schlussstrich“

Längste Raubserie: 16 Coups mit 300.000 € Beute

Zehn Jahre lang hat ein Schwede - wie berichtet - Banken, Geldinstitute und eine Apotheke in Österreich überfallen und ausgeraubt. Im Februar wurde der 54-jährige in seiner Heimat gefasst. Jetzt sitzt er in Wien in U-Haft - und ist geständig. Damit hat die Polizei „einen Schlussstrich unter die längste Bank- und Postraubserie eines Einzeltäters in Österreich“ gezogen, sagte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ). Insgesamt 16 Mal hatte der Verdächtige zugeschlagen.

Die Details der Klärung wurden am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben. Demnach begann der bereits einschlägig verurteilte Mann im August 2009 mit den Überfällen in Österreich. Zunächst überfiel er eine Bank in Wien-Wieden. Er drohte immer mit einer Schreckschuss- bzw. Softair-Waffe, verhielt sich laut Andreas Holzer, Chef der Abteilung für organisierte Kriminalität im Bundeskriminalamt, aber durchaus höflich. Insgesamt erbeutete der Schwede bei seinen Taten „weniger als 300.000 Euro“, seine Überfälle waren damit „nicht wirklich lukrativ“.

Erst Fahndung via TV erfolgreich
Über einen fixen Wohnsitz verfügte der Mann nicht, vielmehr reiste der gut Deutsch sprechende Schwede für seine Taten großteils öffentlich nach Österreich, ansonsten hielt er sich hauptsächlich in Deutschland auf. Auch in München beging er einen Überfall. Mehrere Lichtbildveröffentlichungen in Österreich blieben erfolglos.

Als im Dezember 2018 allerdings Fahndungsfotos in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ gezeigt wurden, ging noch während der Sendung der entscheidende Hinweis zur Identität des Tatverdächtigen ein. Nach der Ausstellung eines EU-Haftbefehls durch die Staatsanwaltschaft Wien konnten Zielfahnder und das Spezialeinsatzkommando der Polizei Berlin den gesuchten 54-Jährigen am 5. Februar in Berlin lokalisieren und festnehmen.

Im letzten Moment gestellt
Aufgrund der häufigen Reisebewegungen des Beschuldigten war sein Aufenthaltsort bis dahin unbekannt gewesen. Auch am Festnahmetag hatte er vor, nach Polen weiterzureisen. Dies wurde durch die deutschen Polizeibeamten aber im letzten Moment vereitelt.

Waffen und Maske sichergestellt
In einem von dem Beschuldigten angemieteten Lagerraum wurden bei einer Durchsuchung zahlreiche tatrelevante Gegenstände sichergestellt, darunter zwei Faustfeuerwaffen und diverse Maskierungsutensilien. Der 54-Jährige zeigte sich bei der Erstvernehmung durch das LKA Berlin bereits geständig.

Motiv war Geldnot
Ende März 2019 erfolgte schließlich die Auslieferung des Beschuldigten nach Österreich. Die Überfälle habe der Mann begangen, um sich das tägliche Leben und zahlreiche Reisen finanzieren zu können. Es ist nicht auszuschließen, dass der Beschuldigte für weitere, ähnlich gelagerte Straftaten im In- und Ausland verantwortlich sein könnte. Die Ermittlungen laufen diesbezüglich.

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