03.04.2019 07:26 |

Studie zeigt auf

Jeder 4. Türke möchte keine homosexuellen Nachbarn

Die Antisemitismus-Studie, die im Auftrag des Parlaments durchgeführt und jüngst präsentiert wurde, hat „besorgniserregende“ Ergebnisse gebracht - so hatte es damals Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) formuliert. Eine Nebenbefragung der Studie beleuchtete darin allerdings auch, wie vorurteilsfrei die Bevölkerung auch bezüglich 13 als Minderheit geltende Gruppen, die in Österreich leben - wie etwa Juden, Muslime, Türken oder Homosexuelle - sind. Die Ergebnisse der recht emotional angelegten Formulierung der Befragungen sind großteils eindeutig.

So wurde eingangs seitens der Studienmacher gefragt, ob sich die Befragten an den 13 angeführten Bevölkerungsgruppen als Nachbarn stören würden. Der Sinn dahinter: eine „Kontextualisierung“ des Antisemtismus, wie die Leiterin der Studie, Eva Zeglovits, erklärte. So wollte man damit beleuchten, ob Personen mit starken Vorurteile gegen Juden auch andere Minderheiten ablehnen.

Von diesen Nachbarn fühlen wir uns gestört
Während Österreicher sich vor allem an Nachbarn aus Afghanistan, Roma und Sinti, Schwarzafrikanern und Arabern sehr gestört oder gestört fühlen würden, sieht das Ergebnis bei türkischsprachigen Studienteilnehmern anders aus. Am meisten stören sich diese an Nachbarn mit homosexueller Neigung (23 Prozent), gefolgt von Afghanen (14 Prozent) und Personen jüdischen Glaubens (13 Prozent), berichtet die „Heute“.

Sehr ähnlich fällt die Gewichtung auch bei arabisch sprechenden Befragten aus, spartenweise sogar noch weit deutlicher. Auch sie würden sich von Nachbarn, die sich gegenüber dem gleichen Geschlecht hingezogen fühlen, sehr gestört oder gestört (34 Prozent) fühlen. Und auch in dieser Gruppe werden Juden als Nachbarn stark oder eher abgelehnt (19 Prozent).

Vorurteile allgegenwärtig
„Wir gingen von der Idee aus, dass gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit normalerweise austauschbar ist“, so Zeglovits im „Standard“. Doch das Ergebnis der Befragung zeigte auf, dass dies nicht so einfach umzulegen ist und lediglich im Einzelfall zutreffen mag. Das Resultat war je nach Minderheit sehr unterschiedlich. Deutlich zu sehen ist jedoch auch, dass Probleme bezüglich Vorurteilen allgegenwärtig sind und in jeder Bevölkerungsgruppe vertreten sein können.

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