Mo, 22. April 2019
20.03.2019 10:12

„Die Lage ist ernst“

Ransomware-Angriff auf Aluminium-Riese Norsk Hydro

Der norwegische Aluminium-Riese Norsk Hydro ist Ziel eines Hackerangriffes geworden. „Das ist ein typischer Lösegeld-Angriff“, sagte Finanzchef Eivind Kallevik am Dienstag. „Die Lage ist ziemlich ernst.“ Die Cyber-Attacke sei von den USA aus gestartet worden, die Identität der Angreifer aber noch unklar.Die IT-Systeme in den meisten Geschäftsfeldern waren betroffen, mehrere Werke standen zeitweise still.

Derzeit werde daran gearbeitet, die Schadsoftware zu identifizieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Anleger befürchteten wegen des Angriffs einen Versorgungsengpass bei Aluminium. Der Preis für das im Automobil- und Flugzeugbau benötigte Industriemetall stieg auf ein Dreimonatshoch von 1944 Dollar (rund 1713 Euro) je Tonne.

Der Angriff begann am Montagabend und verschärfte sich über Nacht. Die Website des Unternehmens war daraufhin stundenlang nicht zu erreichen. „Die oberste Priorität von Hydro ist es nun, das Ausmaß des Angriffs zu begrenzen und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten“, erklärte das Unternehmen.

Ransomware „LockerGoga“
Der norwegischen nationalen Sicherheitsbehörde zufolge nutzen die Angreifer möglicherweise den Computervirus LockerGoga, der Daten auf Festplatten verschlüsselt. Das notwendige Passwort für den Zugang zu ihren Daten erhalten die Opfer solcher sogenannter Ransomware meist erst nach einer Lösegeld-Zahlung. Auf die Frage, ob Lösegeld gezahlt werde, erklärte das Unternehmen, wichtigstes Ziel sei, das System wieder zum Laufen zu bringen.

Norsk Hydro betreibt Werke unter anderem in Norwegen, Katar und Brasilien und stellt Aluminiumteile unter anderem für Autobauer her. Die Wasserkraftwerke waren nicht von dem Angriff betroffen. Auch die Werke außerhalb Norwegens seien in Betrieb.

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