27.02.2019 19:27 |

Waris (1) starb

Tödliche Hundeattacke: Anklage gegen Besitzerin

Der Fall hatte für einen großen Aufschrei gesorgt und die Debatte rund um Hundehaltung wieder aufflammen lassen: Nach dem Tod des erst 17 Monate alten Waris, der am 10. September des Vorjahres von einem Rottweiler angefallen wurde und in der Folge starb, wurde jetzt gegen die Besitzerin des Hundes - sie hatte damals 1,4 Promille Alkohol im Blut - Anklage erhoben. Ihr wird grob fahrlässige Tötung vorgeworfen - im Falle eines Schuldspruches drohen der Frau bis zu drei Jahre Haft. Der Prozess wurde für den 25. März anberaumt.

Der dramatische Vorfall hatte sich - wie mehrfach berichtet - abends gegen 20.15 Uhr in der Ziegelhofstraße im Bezirk Donaustadt abgespielt. Die Großeltern des Kindes waren mit dem kleinen Buben unterwegs, schaukelten ihn offenbar spielerisch an den Armen in die Höhe - das Tier dürfte dadurch irritiert worden sein. Denn der 47 Kilogramm schwere Rottweiler, den die Besitzerin zwar an der Leine, aber ohne Maulkorb führte, riss sich plötzlich los und schnappte nach dem Kopf des Kindes.

Der Besitzerin gelang es - wohl auch aufgrund der Alkoholisierung - nicht, das Tier zu bändigen. Eine couragierte Zeugin der blutigen Szenen schritt ein, ging dazwischen und schlug dem Rottweiler mehrfach auf die Schnauze. Der Hund ließ schließlich von dem Kind ab.

Kopfverletzungen zu schwer
Die Halterin konnte den Rüden danach zu einem Baum zu zerren und dort mit der Leine festbinden. Der 17 Monate alte Bub hatte bei dem Angriff schwerste Kopfverletzungen davongetragen, lange kämpften die Ärzte um sein Leben, doch das Kind war nicht zu retten. Mehr als zwei Wochen nach der Attacke erlag der kleine Bub am 27. September des Vorjahres im Spital seinen schweren Verletzungen.

Der Hund wurde der Besitzerin nach dem Vorfall abgenommen und zunächst in einem Tierquartier untergebracht. Nach einem neuerlichen Angriff auf einen der Pfleger musste der Rottweiler schließlich eingeschläfert werden.

Runder Tisch brachte keine Ergebnisse
Die Stadt Wien dachte über eine Änderung des Hundehaltegesetzes und die Einführung einer Promille-Grenze für Hundebesitzer nach. Die zuständige Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) machte sich zunächst für strengere und bundesweit einheitliche Regeln stark. Ein Runder Tisch zur Hundehaltung, an dem Ende Oktober die Landesräte der einzelnen Bundesländer teilnahmen, brachte keine konkreten Ergebnisse. Grundsätzlich werde die Tierhaltung weiter in der Kompetenz der Länder bleiben, meinte Hartinger-Klein.

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