Nacktscanner, Überwachungskameras, 3-D-Fotos vom eigenen Wohnhaus – der gläserne Mensch ist längst Alltag. Was als "Weltreise vom Schreibtisch aus" angepriesen wird, ist ein perfektes Werkzeug für Spanner und Voyeure: "Google Street View" liefert demnächst gestochen scharfe Bilder von Österreichs Straßen und Gassen, vor allem größere Städte wie Wien oder Graz werden fast eins zu eins aufgenommen.
Schon 2008 waren die Spanner-Autos hierzulande unterwegs, jetzt entdeckte "Krone"-Fotograf Andi Schiel die Geheimflotte im Parkplatzareal des Flughafens Wien-Schwechat und machte selbst ein paar Fotos: mehr als 20 Fahrzeuge, vollgetankt, mit den Kameras auf den Dächern. Jede Sekunde kann es losgehen.
Google-Sprecher Kay Oberbeck: "Es gibt noch ein paar Lücken in Österreich zu füllen. Wir machen die Fotos nur bei Schönwetter."
EU-Kommission: "Bevölkerung vorwarnen"
Unterdessen hat die Europäische Union hat Google dazu aufgefordert, vor seinen "Street View"-Aufnahmen die Einwohner der betreffenden Städte über die geplanten Kamerafahrten zu unterrichten. Der Leiter der EU-Datenschutzkommission, Alex Turk, schrieb dem Google-Datenschutzbeauftragten Peter Fleischer in einem der Nachrichtenagentur AP vorliegenden Brief, diese Benachrichtigung sollte auf der Website von Google und in der Lokalpresse veröffentlicht werden.
Google müsse außerdem darauf achten, dass bei den Fotoaufnahmen keine "intimen Details" erfasst würden. Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding erklärte, Europa habe einen "hohen Standard für Datenschutz" und sie erwarte, dass sich alle Unternehmen danach richteten.
von Michael Pommer, Kronen Zeitung, und krone.at
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