18.02.2019 06:00 |

Kompromiss als Lösung

Wird der Karfreitag jetzt zum halben freien Tag?

Die Zeit drängt, in den kommenden zwei bis drei Wochen muss die Lösung in der Karfreitags-Debatte auf dem Tisch liegen. Alles deutet darauf hin, dass sich die Koalition auf einen Kompromiss geeinigt hat: ein halber freier Tag für alle. Kritiker werfen die Frage auf, wie das in der Praxis funktionieren solle.

Schon jetzt gibt es Tage, die meist über den Kollektivvertrag als verkürzte oder halbe Arbeitstage geregelt sind, etwa der 24. oder der 31. Dezember. Ein Modell nach diesem Vorbild dürfte die Regierung nun auch beim Karfreitag planen.

Als Zugeständnis an die Wirtschaft, die bei einem generellen freien Tag gleich den Teufel an die Wand gemalt und vor extrem hohen Verlusten gewarnt hatte. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut würde ein Feiertag das Bruttoinlandsprodukt um 400 bis 600 Millionen Euro verringern - generell ein geringer Effekt, so die Experten.

Elf Varianten standen zur Auswahl
Das Bundeskanzleramt gibt sich bedeckt: Man werde rechtzeitig eine Entscheidung treffen und eine rechtskonforme Lösung präsentieren. Derzeit stünden noch diverse Möglichkeiten zur Diskussion. Insgesamt waren elf verschiedene Varianten im Gespräch. Arbeiterkammer, Gewerkschaft, aber auch die katholische Kirche sprechen sich ganz klar gegen einen Tausch mit einem anderen Feiertag, etwa Ostermontag oder Pfingstmontag, aus.

Auch die Kompromisslösung, der halbe Tag, stößt bereits auf Widerstand. Es würden viele zusätzliche Fragen und Rechtsunsicherheit entstehen, so die Kritiker. Dem Vernehmen nach sollen weder Wirtschaftskammer noch Arbeiterkammer mit dieser Ausgestaltung zufrieden sein.

Gerichtsurteil macht Neuregelung notwendig
Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs hatte die bisherige Regelung, wonach der Karfreitag nur für evangelische und altkatholische Arbeitnehmer ein bezahlter Feiertag war, aufgehoben.

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