Mi, 23. Jänner 2019

Hohe Ansteckungsgefahr

04.01.2019 09:29

Warnung für den Osten: Krätzmilbe breitet sich aus

Sie galt in unseren Breiten eigentlich schon als ausgerottet - und so richtig vermisst hat sie wohl niemand. Die Krätzmilbe ist derzeit im Osten Österreichs wieder auf dem Vormarsch. Der winzige Parasit nistet sich in die menschliche Haut ein und sorgt bei den Betroffenen für Hautrötungen und heftigen Juckreiz. Apotheker berichten nun davon, dass die medizinischen Mittel gegen die Krätzmilbe bereits knapp werden - vorbeugen kann man, indem man längeren Hautkontakt mit Menschen meidet.

Die Krätzmilbe gräbt sich bei Betroffenen in die Haut, wo sie kleine Gänge bildet. Sie bevorzugt Hautfalten oder Stellen, wo die Haut sehr dünn ist, etwa die Zwischenräume von Fingern, Handgelenke, Achselhöhlen, Armbeugen oder die Leiste. Oft sind die Gänge gut zu erkennen, auch das Tier selbst kann als schwarzes Pünktchen wahrnehmbar sein. In den Kanälen in der Haut legt der Parasit seine Eier ab. Nach wenigen Tagen schlüpft der Nachwuchs, nach zwei bis drei Wochen ist er schon geschlechtsreif.

Ein paar Minuten Hautkontakt reicht für Ansteckung
Das ist nicht nur ekelhaft, sondern auch sehr unangenehm: Die Krätzmilbe kann sehr heftigen Juckreiz auslösen, der einem nachts den Schlaf rauben kann. Manchmal entstehen auch Rötungen und Bläschen. Ein großes Problem ist die hohe Ansteckungsgefahr, besonders an Orten, an denen sich viele Menschen über längere Zeit aufhalten, wie Kindergärten oder Pflegeheime. Ein paar Minuten Hautkontakt reichen aus, damit die Krätzmilbe auf einen anderen Wirt übergehen kann. Seltener ist auch die Ansteckung über Kleidung möglich. Die Hautkrankheit, die von den Tierchen ausgelöst wird, wird Scabies genannt.

Durch hohe hygienische Standards galt die Krätzmilbe als beinahe ausgestorben, doch seit wenigen Jahren kann sie sich auch bei uns wieder ausbreiten. Besonders im Osten wird über vermehrte Ansteckung mit Krätzmilben berichtet. „Seit zwei Jahren beobachte ich einen massiven Anstieg von Scabies-Erkrankungen“, berichtete Apotheker Andreas Gentzsch aus St. Pölten gegenüber den „Niederösterreichischen Nachrichten“. 

Engpass bei Medikamenten 
Auch in Wien nehmen die Fälle zu. Das stellt Apotheker vor große Herausforderungen: Denn Medizinprodukte gegen die Hautkrankheit werden knapp. Gentzsch mische daher die Salbe für seine Patienten selbst, aber auch die Zutaten dafür gehen ihm schon langsam aus, sagte der Apotheker.

Maßnahmen bei einer Erkrankung
Erkennen kann man Scabies an Juckreiz, Hautveränderungen und daran, dass eventuell noch weitere Familienmitglieder betroffen sind. Bei den ersten verdächtigen Anzeichen wird ein Arztbesuch dringend empfohlen. Wenn man befallen ist, hilft eine Salbe mit einem Insektizid, den Parasiten wieder los zu werden. Kleidung und andere Heimtextilien müssen gewaschen werden oder drei Tage in einem Plastiksack verschlossen gelagert werden - länger überleben die Tierchen ohne Wirt nicht.

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