16.12.2018 10:00 |

Auch das bin ich

Mercedes Echerer: „Ich bin eine Taktiererin“

Schauspielerin Mercedes Echerer über Canasta, große Irrtümer, Pokerfaces und tolle Blätter.

„Krone“: Sie haben mich zu einer Partie Canasta eingeladen. Woher kommt Ihre Leidenschaft für das Kartenspielen?
Mercedes Echerer: Das Karteln fing schon in meiner Kindheit an, denn ich habe alle Kinderkartenspiele geliebt. Und als ich mit zehn Jahren das erste Mal nach Siebenbürgen in die Heimat meiner Mutter fuhr, hat mir mein Onkel das Schnapsen und andere „erwachsene“ Kartenspiele beigebracht. Das hat mir getaugt. Ich habe nur meiner Mutter versprechen müssen, nie um Geld zu spielen.

Und haben Sie es auch eingehalten?
Ja, weil ich finde es einfach blöd, Geld, das ich mühsam erarbeitet habe, bei einer Partie vielleicht zu verlieren. Das hat mich nie interessiert und eher abgestoßen. Für mich geht es dabei rein um den Genuss. Das Kartenspielen ist wie ein guter Wein: Wenn man mit Freunden zusammensitzt, die diesen Genuss mit dir teilen, dann ist das einfach lustig und sehr schön.

Aber geht´s dabei nicht immer ums Gewinnen?
Wenn man ein Kind ist, geht’s natürlich noch sehr ums Gewinnen. Später wurde aber für mich dieses Überlegen, Taktieren, Abschätzen, wie ich mein Gegenüber aus der Fassung bringen und irgendwas aus dessen Gesicht ablesen kann, viel spannender. Das Kartenspielen steht auch in gewisser Weise in einer Verwandtschaft zu meinem Schauspielberuf: Das Dechiffrieren einer Person! Man beobachtet und merkt sich das für seine Rollenfigur, kann etwas abchecken, behaupten und ablesen, wie die anderen sind.

Welche Rolle spielen Sie denn bei einer Kartenpartie?
Also ich bin eine Taktiererin und immer neugierig, was ich für ein Blatt bekomme. Dann schätze ich ab: Hab ich eine Chance? Kann ich auf’s Ganze gehen. Weil es kann einem gelingen, aus reiner Taktik mit einem ganz miesen Blatt zu gewinnen. Das bereitet mir Freude. Und natürlich auch, das Pokerface auszupacken.

Da sind Sie ja schwer im Vorteil als Schauspielerin.
Nein, das ist ein großer Irrtum. Man muss immer authentisch bleiben. Wenn ich aber vorspiele, dass ich ein ganz tolles Blatt habe, würde man das hundert Meter gegen den Wind riechen.

Wie es scheint, ist Ihnen die Lust am Spielen in jeder Hinsicht erhalten geblieben.
Ja, das stimmt. Ich habe oft ein Packerl Karten dabei, wenn ich unterwegs bin. Und auf der Bühne, da ist es einfach meine kindliche Neugierde, in ein fremdes Leben hineinzuschlüpfen.

Auch das bin ich von Stefan Weinberger, Kronen Zeitung

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