Mo, 17. Dezember 2018

Zeugnisse gefälscht

02.12.2018 13:38

Möchtegern-Ingenieur ergaunerte 125.000 Euro

Gleich sechs Baufirmen hat ein 42-jähriger Betrüger seit 2013 mit einem gefälschten Hochschuldiplom hinters Licht geführt. Der Mann gab sich als Diplomingenieur aus, obwohl er nicht einmal die Matura absolviert hatte und verdiente seit 2013 eine stattliche Summe von insgesamt 125.000 Euro. Nun jedoch flog der dreiste Schwindel auf.

Der Verdächtige hatte es den Ermittlern alles andere als einfach gemacht. Umfangreiche Erhebungen waren nötig, um den Schwindler zu überführen. Bereits seit dem Jahr 2008 hatte sich der 42-Jährige als Diplomingenieur ausgegeben, dazu das Prüfungszeugnis von einer Fachhochschule in Deutschland gefälscht. Doch nicht nur das: Auch die von ihm genannte Schule, an der der Verdächtige die Matura gemacht haben will, hatte keinerlei Aufzeichnungen über den angeblichen Absolventen.

Gefälschtes Dienstzeugnis brachte Fall ins Rollen
Erstmals größeren Verdacht erregte der 42-Jährige im Zuge eines Bewerbungsgesprächs im Mai. Die betreffende Firma stellte fest, dass ein Dienstzeugnis des Bewerbers gefälscht war und brachte den Fall zur Anzeige. Im Zuge der Ermittlungen stellte ein Kriminalsachbearbeiter fest, dass der 42-Jährige wegen Urkundenfälschung schon einmal in Erscheinung getreten war, und zwar im Jahr 2017.

Sechs Baufirmen geschädigt
Insgesamt konnten die Ermittler 15 Arbeitgeber des Mannes ausfindig machen, die den Verdächtigen seit 1996 beschäftigt hatten. Nun jedoch galt es herauszufinden, wie viele der Firmen den 42-Jährigen aufgrund seiner angeblichen Ausbildung und seines Diploms angestellt hatten. Die Erhebungen zeigten, dass in sechs Fällen die Matura und das Diplomprüfungszeugnis für den Job und das Gehalt ausschlaggebend waren, erläuterte Polizeisprecherin Irina Steirer. Die Baufirmen hatten den Beschuldigten zwischen Anfang November 2013 und Mitte November 2018 beschäftigt.

Im Zuge der Einvernahme legte der 42 Jahre alte Verdächtige ein Teilgeständnis ab. Er wurde wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung angezeigt. Der entstandene Schaden beläuft sich auf 125.000 Euro.

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