20.11.2018 11:17 |

WG im Weltall

Raumstation ISS feiert ihren 20. Geburtstag

Die Internationale Raumstation ISS ist das derzeit größte künstliche Objekt im Erdorbit. Seit mittlerweile 20 Jahren kreist der seit 2. November 2000 dauerhaft von Astronauten bewohnte Außenposten der Menschheit im All in rund 400 Kilometern Höhe um die Erde. Der erste Bauteil für die ISS wurde am 20. November 1998 in eine Umlaufbahn gebracht, mittlerweile hat sie eine Ausdehnung von rund 100 x 100 x 30 Metern. Wie lange es sie noch geben wird, ist unklar. 

Das erste Bauteil im All war das von Russland gebaute Fracht- und Antriebsmodul „Sarja“, das am 20. November 1998 mit einer „Proton“-Schwerlastrakete in seine vorgesehene Umlaufbahn gebracht wurde. Zwei Wochen später transportierte die NASA im Rahmen der Spaceshuttle-Mission STS-88 den Verbindungsknoten „Unity“, der mit „Sarja“ verbunden wurde, ins All. Insgesamt 42 Flüge brauchte es, bis alle Teile - die ISS besteht mittlerweile aus knapp drei Dutzend Modulen - beisamen waren.

Forscher-WG im Weltall
Mehr als 230 Menschen - die meisten waren Wissenschaftler - aus 18 Ländern waren seither an Bord der ISS, die bei wolkenfreiem Himmel dank ihrer großen reflektierenden Sonnensegel mit etwas Glück auch mit freiem Auge von der Erde aus sichtbar ist. Bis heute hat die Wohngemeinschaft im All unsere Erde mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 km/h mehr als 113.300 Mal umkreist und dabei fast fünf Milliarden Kilometer zurückgelegt.

Gesamtkosten weit über 87 Milliarden Euro
Die meisten Module der ISS stammen aus den USA und Russland, mit dem in Bremen und Turin gebauten, 12,8 Tonnen schweren Forschungslabor „Columbus“ (Bild unten) gibt es aber auch ein europäisches „Zimmer“ im Außenposten der Menschheit, dessen Gesamtkosten auf weit über 100 Milliarden US-Dollar (umgerechnet mehr als 87 Milliarden Euro) geschätzt werden, weshalb Kritiker ihn gerne als das teuerste Gebäude der Welt bezeichnen. Mehr als drei Milliarden Dollar zahlen Berichten zufolge allein die USA jedes Jahr für den Betrieb.

Betrieb der ISS vorerst bis 2024 gesichert
Bisher ist der Betrieb der Raumstation bis zum Jahr 2024 gesichert. Die Europäische Weltraumorganisation ESA, die laut eigenen Angaben bis dato zehn Milliarden Euro in die ISS investiert hat, hält es für möglich, dass die Mitgliedsstaaten das Projekt bis 2028 verlängern. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump strebt allerdings einen Schnitt an und will eine Privatisierung der ISS vorantreiben.

ESA-Chef Jan Wörner glaubt aber nicht an ein solches Engagement von Unternehmen. Der Gesamtbetrieb der Raumstation sei einfach zu teuer, sagt er. Will niemand mehr den 450-Tonnen-Koloss nutzen, will man die ISS stufenweise - wie schon ihren russischen Vorgänger, die Raumstation „Mir“ - kontrolliert in den Pazifik stürzen lassen.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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