Mo, 19. November 2018

Streit um Metaller-KV

08.11.2018 15:54

Gewerkschaften drohen erneut mit Streiks

Am Donnerstag ist die fünfte - womöglich entscheidende - Runde der Metaller-KV-Verhandlungen über die Bühne gegangen. Die Fronten sind verhärtet, Zankapfel sind Entschädigungen für die neuen Arbeitszeitregeln. Die Gewerkschaften fordern ein Plus von fünf Prozent auf ihren Lohn oder ihr Gehalt, andernfalls werde gestreikt, wurde die Drohung erneuert. Die Arbeitgeber halten diese Forderung für überzogen.

„Es werden sich beide Seiten bewegen müssen, aber die Gewerkschaft wird sich einen gehörigen Schritt bewegen müssen“, sagte der Obmann der Metalltechnischen Industrie, Christian Knill, vor Verhandlungsbeginn. Bisher hätten sich die Arbeitnehmervertreter nämlich „keinen Millimeter bewegt“. Berücksichtigt werden müsse, dass sich der Wirtschaftsaufschwung abgeschwächt habe, so Knill.

Gewerkschaft: „Dann wird es Streik geben“
PRO-GE-Chef Rainer Wimmer und GPA-djp-Chef Karl Dürtscher bekräftigten die Streikdrohung vor Verhandlungsbeginn. „Wir haben mehr als 370 Betriebsversammlungen mit einstimmigen Beschlüssen hinter uns gebracht. Das heißt, wenn es heute zu keinem Ergebnis kommt, dann wird es Streik geben.“ Mit (Warn-)Streiks sei ab Montagmittag zu rechnen, komme es nicht zu einer Einigung. Die Arbeitgeber sollten nun einmal klar darlegen, was sie zu bieten bereit seien. „Wir hoffen, dass heute die Kugel einmal zu rollen beginnt. Ohne Ergebnis heute wird es ernst“, so Wimmer.

„Durch einen Streik - der Herr Knill sagt, den nimmt er in Kauf - wird es sicher nicht billiger werden“, sagte Dürtscher. „Es wird auch um einen arbeitszeitrechtlichen Abschluss gehen. Es geht um einen Ausgleich für die neuen Arbeitszeitregeln, die von der Bundesregierung eingeführt wurden“, so der Gewerkschafter. Der Kollektivvertrag sei abgelaufen, die Kollegen würden auf ihr Geld warten, so Wimmer. Neuerlich die ursprünglich geforderten fünf Prozent Plus nennen wollte er am Donnerstag nicht, er sagte: „Wir brauchen ein ordentliches Geld.“

„Nicht gut für den Standort Österreich“
Die Streikdrohung der Gewerkschaft sei „zwar nicht gut für den Standort Österreich, aber wir fürchten uns nicht davor“, so Knill. Grundsätzlich könne ein Abschluss gelingen, zumindest hoffe man darauf. Das Gesamtpaket der Gewerkschaften koste „fast Richtung 15 Prozent“. Knill garantierte, „dass es einen Reallohngewinn geben wird“.

Dass Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) zuletzt Nachschärfungen beim Zwölfstundentag ausschloss, bestätigte die Position der Arbeitgeber, dass die Arbeitszeitflexibilisierung kein Thema für die KV-Verhandlungen sei. Das sagte Knill auf Nachfrage, ob es den Arbeitgebern vielleicht lieber gewesen wäre, wenn Nachschärfungen angekündigt worden wären, um Druck aus den laufende Verhandlungen zu nehmen. Schließlich pochen die Arbeitnehmer massiv auf Kompensationen für die neuen Arbeitszeitregeln, auf die die Arbeitgeber bisher so gar nicht eingehen wollten.

 krone.at
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