Mo, 19. November 2018

Israel im Hoch

16.10.2018 14:49

Herzog zur „Krone“: „Ein wahrer Befreiungsschlag!“

Die Fans waren aus dem Häuschen, die Medien überbieten sich mit ihren Lobeshynmen: Mit zwei Siegen binnen drei Tagen hat Israels Fußball-Nationalteam unter Teamchef Andi Herzog ein neues Feuer der Begeisterung entfacht. Der ÖFB-Rekordteamspieler blickt im Interview mit der „Krone“ bereits wieder nach vorne, sprach über die kommenden Aufgaben und richtete auch einen Appell an Marko Arnautovic.

Andi, Du bist im September mit zwei Niederlagen gestartet, ein Monat später ist Israel dank zwei Siegen Gruppen-Erster in der Nations League. Hast Du Dir diese Wende so schnell erwartet?
Gehofft hatte ich es. Ich dachte mir, wenn wir die zwei Heimspiele gewinnen, wäre es richtig cool. Man muss es auch richtig einordnen und zugeben: Der Spielverlauf war gegen Schottland und Albanien gut für uns. Über 90 Minuten betrachtet, waren es aber auch zwei verdiente Siege.

Was muss nun passieren, damit dieser positive Trend nachhaltig wirkt?
Wir genießen jetzt den Augenblick, weil es sehr schön ist. Zugleich mache ich allen klar: Wir müssen härter arbeiten als zuvor, damit wir diesen Weg fortsetzen können. Das ist das Entscheidende. Wir dürfen uns nicht ausruhen - jetzt sind wir zwar Tabellenführer, doch damit wird es noch schwieriger.

Eines scheint klar: Platz 94, wo Israel in der aktuellen FIFA-Weltrangliste liegt, spiegelt wohl nicht das wahre Potenzial des Teams wider.
Man sollte nicht so extrem die Weltrangliste als Maßstab nehmen. Unsere jüngsten Heimspiele haben gezeigt, dass wir auch gegen Gegner, die in diesem Ranking weit vor uns liegen, gewinnen können. Bei einem ungünstigen Spielverlauf kannst du derart enge Matches aber auch jederzeit verlieren.

Du lernst Dein Team von Einheit zu Einheit besser kennen - wie würdest Du es charakterisieren?
Was mir am meisten imponiert, ist die Mentalität, welche die Burschen nun ausstrahlen. Die spielerische Qualität war schon zuvor vorhanden. Wichtig war es, einen Teamspirit reinzukriegen. Das ist uns richtig gut gelungen: Jeder rennt und kämpft derzeit für jeden. Der Wille und die Leidenschaft zeichnen dieses Team aus.

Wie hast Du mit dem Trainerteam und unterstützt von Sportdirektor Willi Ruttensteiner diese Wende zum Positven geschafft - mit vielen Gesprächen?
Ich bin nicht der Trainer, der extrem viel redet. Ich schaue mir in unseren gemeinsamen Einheiten alles im Detail an und treffe als Folge dieser Beobachtungen die Entscheidungen. Ich bin einer, der auch dazwischen hauen kann, aber gleichzeitig versucht, die Mannschaft zu pushen.

Was sind nun die nächsten Schritte?
Wir sind auf einem guten Weg, doch ich sehe in allen Bereichen Luft nach oben. Zum Beispiel müssen offensiv die Automatismen noch besser greifen. Auch im Fitnesslevel ist, verglichen mit dem internationalen Top-Niveau, noch einiges mehr drin. So ehrlich müssen wir sein.

Was bedeuten die Siege für Dich?
Nach den zwei Niederlagen zum Auftakt war es für mich ein wahrer Befreiungsschlag. Ich kam als ausländischer Trainer in ein fremdes Land, wurde von Anfang an skeptisch beäugt. Aus welchen Gründen auch immer. Die Stimmung ist momemtan sehr gut, sie kann aber sehr schnell wieder kippen. Das wollen wir alle nicht.

Auffallend war auch, wie euch die Fans in den Heimspielen nach vorne gepusht haben.
Man sieht, dass der israelische Fan extrem hinter dem Nationalteam steht, wenn er sieht, dass es alles probiert. Diesen Weg müssen wir weiter gehen. Harte, ehrliche Arbeit muss abgeliefert werden mit technischer Qualität. Ich war früher Spielmacher mit meinen Visionen am Platz und will jetzt nicht eine Mannschaft führen, die nur verteidigt. Ich will ein Team, das 90 Minuten marschiert, dabei auch seine spielerischen Stärken ausspielt.

Nun steigt am 20. November das Entscheidunggspiel in Glasgow gegen Schottland.
Das ist jenes Entscheidungsspiel, das wir alle haben wollten. Und wir haben sicher auch in Glasgow alle Chancen, um am Ende als Erster über die Ziellinie zu gehen.

Habt ihr das Versprechen inzwischen eingelöst und der Mannschaft nach dem ersten Sieg den Kult-Song „I am from Austria“ vorgetragen?
Ja, nach einem Abendessen habe ich mit Sportdirektor Willi Ruttensteiner und Tormanntrainer Klaus Lindenberger diesen Klassiker geträllert. Die Spieler haben vor allem von Ruttensteiners Darbietung geschwärmt, meinten, er hat wie Luciano Pavarotti gesungen.

Themenwechsel, zu Österreichs Nationalteam: Marko Arnautovic hat jüngst behauptet, er wird Deine Rekordmarke von 103 Länderspielen erreichen.
Ich wünsche es ihm, habe immer sehr viel von ihm gehalten. Er muss aber nicht nur 103-mal spielen, sondern auch Österreich zu einer WM-Endrunde führen. Denn mein einstiger Trainer Otto Rehhagel hat zu mir gesagt: „Junge, für mich sind Sie erst ein großer Spieler, wenn sie Österreich zu einer WM-Endrunde geführt haben.“ Das gleiche erwarte ich von Marko und wünsche ihm mehr Glück als ich es hatte: Denn Toni Polster meint heute noch, ich hatte zwar 103 Länderspiele, aber davon nur drei gute.

Wann geht es für Dich wieder nach Österreich?
Ich bin jetzt noch ein paar Tage in Israel, fliege diese Woche retour in die Heimat. Mein Bub Luca hatte letzte Woche seinen elften Geburtstag, ich habe bislang zumindest neun seiner Geburtstage verpasst, weil ich immer unterwegs war. Er hat Verständnis für den Job seines Papas, denoch schulde ich ihm einiges. Ich freue mich schon sehr auf das Wiedersehen mit meiner Familie.

Christian Reichel, Kronen Zeitung

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