09.05.2004 19:22 |

Eishockey-WM

USA stehen auf dem Treppchen

Mit dem Sieg im Spiel um Platz drei hat das Überraschungsteam der USA den größten Erfolg seit acht Jahren bei einer Eishockey-Weltmeisterschaft gefeiert. Der Olympia-Zweite gewann am Sonntag in Prag nach Verlängerung und Penaltyschießen mit 1:0 gegen die Slowakei, die 2002 Weltmeister war und im Vorjahr Dritter wurde. Das Finale bestritten anschließend wie vor zwölf Monaten in Helsinki Titelverteidiger Kanada und Schweden.
Trotz fehlender Treffer boten beide Seiten eineansehnliche Partie mit vielen Chancen, die nach einer Bombendrohungwie auch das Endspiel unter verschärften Sicherheitsvorkehrungenstattfand. Während Pavol Demitra und Marian Gaborik ihrePenaltys verschossen, trafen alle vier Amerikaner, darunter auchwieder der Mannheimer Andy Roach, der das Viertelfinale gegenGastgeber Tschechien entschieden hatte. Nach Erik Westrums Trefferstanden die USA wie zuletzt 1996 als WM-Dritter fest.
 
Die Slowakei erlebte nach dem 1:2 am Samstag imHalbfinale gegen Kanada erneut eine Enttäuschung. Währenddie Amerikaner beim 2:3 gegen Schweden keine echte Siegchancebesaßen, unterlagen die Slowaken durch das bis dahin umstrittensteTor der WM. Sogar der neu gewählte slowakische StaatspräsidentIvan Gasparovic war auf der Tribüne entsetzt, als TorhüterJan Lasak hinter seinem Gehäuse von Rob Niedermayer zu Fallgebracht wurde, US-Schiedsrichter Rick Looker aber nicht pfiff.Lasak stand noch nicht wieder richtig im Tor, als Shawn Horcoffschon getroffen hatte (47.). Danach drosch der Keeper erzürntseinen Schläger auf die Querlatte.
 
"Das war ein großer Schock. Es war ein Riesenfehler,und er weiß es", sagte Lasak nach der Partie mit gesenktemKopf und unterstellte dem Unparteiischen, die drei folgenden Zeitstrafengegen die Kanadier seien Konzessionsentscheidungen gewesen. "Inder NHL wird so etwas sofort gepfiffen. Es ist frustrierend, dasser sich nicht einmal das Video angesehen hat", meinte Marian Hossavon den Ottawa Senators.
 
Trainer Frantisek Hossa hielt sich in der Pressekonferenzzurück, wurde danach im kleineren Kreis dafür umso deutlicher:"Der Schiedsrichter hat uns um die Chance gebracht, das Finalezu spielen. Nach diesem Tor konnten sich die Spieler nur schweraufrappeln." Die Kanadier spielten dagegen die Unschuldslämmer.Rob Niedermayer war sich keiner Schuld bewusst.
 
Dank des Finaleinzuges verteidigte Kanada seineSpitzenposition in der neuen Weltrangliste, die maßgeblichfür die Gruppeneinteilung bei den Olympischen Winterspielen2006 ist. Der Olympiasieger und Tschechien sind in Turin wie schonbei der WM Kontrahenten der deutschen Nationalmannschaft. WeitereGegner in der Gruppe A sind Finnland, Gastgeber Italien und möglicherweisedie Schweiz, die in Prag die Qualifikation nicht geschafft hatteund sie im Februar 2005 nachholen will. In der Olympia-GruppeB gelten Schweden, die Slowakei, die USA und Russland als Favoritenauf die vier Viertelfinal-Plätze, zwei weitere Qualifikantenergänzen das von 16 auf zwölf Teams reduzierte Feld.
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