Di, 20. November 2018

Ärger mit Neuwagen

09.09.2018 06:00

Grotesk: Pickerl als „Lösung“ für defektes Auto

Kuriose Post von ihrem Autohersteller flatterte jetzt einer Oberösterreicherin ins Haus. In einem Informationsschreiben wird die Dame darauf hingewiesen, dass ein Gurt auf der Rückbank ihres Fahrzeugs defekt sei, der Sitz nicht benützt werden darf. Dazu eine Plakette, die auf das Armaturenbrett geklebt werden muss.

Mit ihrem VW Polo hat Brigitta Gigler aus Haigermoos in Oberösterreich ein ordentliches Gfrett. Anfang des Jahres schaffte sich die pensionierte Schuldirektorin und dreifache Großmutter ein nagelneues Auto an. Man will als moderne Vollzeit-Oma schließlich auch mobil sein.

Doch das Fahrzeug entpuppte sich als Dauergast in der Werkstatt. Nach wenigen Wochen fiel die Elektronik aus, „aber das kann ja passieren“, so die 71-Jährige. Mit einer Rückholaktion im April fing aber erst der richtige Ärger an: Laut Hersteller gebe es Probleme mit dem Gurt auf der mittleren Position der Rückbank - aus Sicherheitsgründen also sofort zurück in die Werkstatt des Vertrauens, wo der Fehler behoben wurde.

Reparatur erfolglos
Oder doch nicht? Fünf Monate später bekam die ehemalige Schuldirektorin nun neuerlich Post: Demnach habe die Reparatur gar nichts gebracht, die Gefahr bestehe weiterhin. „Und das sagen sie mir jetzt, wo ich seit April in diesem Auto mit meinen Enkerln unterwegs bin?“, fragt sich die Oberösterreicherin.

Auf November vertröstet
Das Problem bekam der Hersteller offenbar nicht in den Griff. Laut einem aktuellen Schreiben wird „mit Hochdruck“ an einer nachhaltigen Lösung gesucht, die „voraussichtlich Ende November“ umgesetzt werden kann. Bis dahin soll doch bitte das beigefügte Pickerl aufs Armaturenbrett geklebt werden, damit alle Fahrgäste über die drohende Gefahr informiert sind.

„Ich hätte mir zumindest erwartet, dass mir ein Ersatzauto angeboten wird. Stattdessen wird die Verantwortung dem Konsumenten umgehängt“, ärgert sich Giger.

Oliver Papacek und Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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