Do, 20. September 2018

Insektenschutz

13.07.2018 06:00

Ohne Chemie gegen Gelsen

Wirkstoffe von Sprays und Räucherspiralen zum Anzünden gegen lästige Insekten sind meist synthetisch hergestellte Gifte und können zu Halskratzen und gereizten Augen führen. Die Natur bietet jedoch eine Vielzahl hilfreicher und gesundheitsschonender Alternativen. 

Bremsen, Fliegen, Stechmücken orten Ihre Opfer über Gerüche. Die Überlegung sie durch Störung der Wahrnehmung bzw. Substanzen die sie nicht mögen fernzuhalten, liegt nahe. Hier gewinnen vor allem Eukalyptus-, Lavendel, Teebaum-, Sandelholz- und Zitronellöl an Beliebtheit. Der Wirkstoff Citriodiol (p-Menthan 3,8-diol) gilt in Studien als besonders wirksam. Er ist vorrangig in Mischungen aus Eukalyptus- und Zitronellöl  vorhanden. Bei ätherischen Ölen darf aber nicht vergessen werden, dass sie Allergien hervorrufen können. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein einfacher Test. Einen Tropfen ätherisches Öl mit einem Esslöffel Maiskeim- oder Olivenöl mischen und auf Handrücken oder  Ellenbeuge verteilen. Zeigt sich eine Rötung, dann sollte keine weitere Anwendung erfolgen. Generell ätherische Öle nie direkt in konzentrierter Form auf die Haut aufbringen. Auf 100ml Körperlotion oder Olivenöl, kann man im Durchschnitt 20 Tropfen ätherisches Öl verwenden. Nach dem Baden oder bei heftigem Schwitzen, das Öl mehrfach auftragen.

Weitgehend unbedenklich lassen sich ätherische Öle bei Kindern sowie während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden. Bei Babys bis 12 Monate sollte der Gelsen-Schutz ausschließlich durch Textilien erfolgen. Aber auch ältere profitieren von heller, weiter, langer Kleidung. Sie ist ein natürlicher Mückenschutz garantiert ohne Nebenwirkungen. In tropischen Gebieten stellen die Öle keinen ausreichenden Schutz dar. Dort sollten Sie echte Repellents verwenden. Diesbezüglich kann Sie Ihr Apotheker gut beraten.

Schutz von innen
Knoblauch und Petersilie können auch als Ölkapseln eingenommen werden. Thiamin (Vitamin B1)  in einer Dosierung von 75 bis 300 mg/Tag geschluckt, wird über die Schweißdrüsen abgegeben. Der so entstehende Geruch zählt nicht zu den Favoriten von Insekten.  Der Vorteil: die Haut scheidet die Geruchsstoffe  überall aus. Jedes Öl oder Zeckenschutzmittel hingegen ist flächendeckend aufzutragen - zumindest an Stellen, die von Insekten erreicht werden können.

Hilfe nach einem Stich
Was tun, wenn Insekten wie Gelsen, Bienen oder Wespen zugestochen haben? Kühlende Gels und Salben hat man nicht immer zur Hand. Ein altbewährtes Hausmittel sind Zwiebelscheiben.  Diese kühlen und mildern den Juckreiz bzw. Schmerz. Außerdem helfen sie, Schwellung zu mindern. Eine frische Zwiebel aufschneiden und auf die Stichstelle legen.

Gleiches lässt sich mit Meerrettichsaft - frisch gepresst oder durch das Einreiben mit einem Stück Meerrettich - erreichen. Lauch mit Honig, gemeinsam angesetzt, ergibt binnen ein bis zwei Stunden einen Saft, den man lokal aufträufeln kann. Dieser hilft vor allem bei Wespenstichen. Auch ein angefeuchtetes Stück Würfelzucker direkt auf den Stich gelegt hilft das Wespengift herauszuziehen.

Unterwegs in unseren Wäldern und Wiesen eignet sich Huflattich und Spitzwegerich optimal. Die Blätter  in der Hand zerreiben und auf die betreffende Stelle legen. Bei Mückenstichen soll auch Zitrone helfen. In südlichen Ländern können sie den Saft eines Aloe Vera Blattes verwenden. Dazu schneidet man die Spitze einer Pflanze ab und träufelt den Saft auf die Haut. Dies lindert den Juckreiz und verhindert Entzündungen. Kalte Umschläge mit Essigwasser oder essigsaurer Tonerde, Topfenwickel und Arnika-Umschläge können ebenfalls helfen.

Dr. Andrea Dungl & Mag. pharm. Claudia Dungl*, Kronen Zeitung

*Weitere Informationen erhalten Sie im Willi Dungl Zentrum Wien.
Telefon: 01/535 48 99

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