Mo, 22. Oktober 2018

„Lebte in Scheinwelt“

28.06.2018 15:00

Juhnke-Witwe über den Abschied vom Entertainer

Austro-Filmemacher Otto Retzer traf Susanne Juhnke in Berlin. Sie erzählte über die letzten Monate im Leben des deutschen Entertainers.

Und wieder setzt Regie-Glatze Otto Retzer mit Lieblingsfilm-Österreich-Produzent Wolfram Winkler dazu an, einen TV-Erfolg zu landen. Nach der berührenden Dokumentation über Udo Jürgens peilt man den nächsten emotionalen Beitrag für ServusTV an. Insgesamt will man gleich drei renommierten deutschsprachigen Künstlern huldigen. Neben Peter Alexander und Helmut Fischer versucht man, auch das eindrucksvolle Leben von Entertainer Harald Juhnke (er starb 2005) in Bilder zu fassen.

Im Schatten des KDWs in Berlin traf sich Retzer mit Juhnkes Witwe Susanne und dessen Manager Peter Wolf. „Sie gibt nur sehr selten Interviews. Da hat es uns umso mehr gefreut, dass sie sich für uns gleich zwei Stunden Zeit genommen hat“, so die Austro-Filmer.

„Er lebte in einer Scheinwelt“
Besonders berührend war: „Als Susanne darüber erzählt hat, wie ihr Harald die letzten Monate seines Lebens verbrachte“, so Retzer im „Krone“-Interview. „Er lebte in einer Scheinwelt, glaubte, noch immer der Schauspieler zu sein, der gleich vom Chauffeur abgeholt wird, um zu einem Set zu fahren.“

Für Retzer ist es aufwühlend. „Ich habe mit ihm ein paar Filme gedreht. Da ging es ihm schon nicht mehr wirklich gut. Bei den Aufnahmen zu ,Zärtliche Chaoten‘ arbeitete ich untertags mit ihm. Und in der Nacht musste ich dann bei ihm in der Suite schlafen, weil er ständig eine Flasche Whiskey oder Wodka holen wollte. Notfalls auch nackt, wie er mir androhte.“

Emotionale TV-Dokumentation
In der ServusTV-Dokumentation, die im Oktober zu sehen sein wird, will Wörthersee-Legende Retzer ein Stück Emotion mit den Sehern teilen, „Ja, denn mit all jenen Menschen, über die ich Drehs mache, hatte ich oftmals sehr persönliche Beziehungen. So hat mir Harald Juhnke auch seinen letzten Brief gewidmet, aus dem ich dann vorlesen werde.“

Bei all der Melancholie muss man fragen, warum er sich das antut? „Weil ich dabei authentisch und ehrlich sein kann. Und weil die Menschen vor den TV-Geräten genau das schätzen.“

Adabei Norman Schenz, Kronen Zeitung

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