Mo, 20. August 2018

Ex-Werder-Fußballer

24.04.2018 16:45

Ultras treten eigenem Spieler ins Gesicht

Wie weit Fan-Fanatismus gehen kann, haben wir schon an der Kritik an Hans Krankls Hemdfarbe durch die Rapid Ultras gesehen. Mehrere Fanatismus-Stufen höher ist die Aktion der Ultras vom kroatischen Verein Hajduk Split (im Video) einzustufen, die, nach der Niederlage im kroatischen Derby, fünf Spieler ihrer eigenen Mannschaft auf offener Straße tätlich angriffen. Am schlimmsten erwischte es Marko Futacs, ihm traten die Fanatiker auf den Kopf, er trug einen Bluterguss unter dem rechten Auge davon. 

Wie die kroatische Tageszeitung „Slobodna Dalmacija“ berichtet, wurde dem ungarischen U-20 WM-Bronzemedaillengewinner und Ex-Spieler von Werder Bremen, FC Ingolstadt und Leicester City ins Gesicht getreten. Seine Sonnenbrille brach.  

Futacs, Ahmed Said, Hamsa Barry, Savvas Gencoglu und Hysen Memolla spazierten einen Tag nach der 1:2-Heimniederlage gegen den Erzrivalen Dinamo Zagreb in der Stadt, dabei kamen sie am Box-Klub Torcida vorbei (so heißt auch die Ultra-Gruppierung von Hajduk). Aus dem Lokal stürmten einige Ultras heraus und schlugen auf Said ein. Dem Ghanesen, dem ein großer Fehler vor dem 1:2 im Derby unterlief, eilten die Mitspieler zu Hilfe. Dabei bekam Futacs den Tritt ins Gesicht.

Eine Anzeige wurde zuerst nicht erstattet. Dann griff der Verein ein, verurteilte die Gewalt und forderte die Polizei auf, die Verantwortlichen zu ermitteln. Ein Sprecher der Ultragruppe äußerte sein Bedauern über den Vorfall. Hajduk liegt derzeit an zweiter Stelle in der kroatischen Meisterschaft, der Rückstand, acht Punkte auf Dinamo, scheint nicht mehr einholbar zu sein. Der Aufruhr in Kroatien ist groß, einige Fans reagierten mit dem Zerreißen ihrer Jahreskarte auf den Vorfall.

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