Mo, 18. Juni 2018

„Werde bloß angepatzt“

21.03.2018 19:24

„Horror-Zahnarzt“ ringt um Zulassung

So viele Besucher drängen sonst nie ins Landesverwaltungsgericht. Freund oder Feind des sogenannten „Horror-Zahnarztes“? Er wurde im Vorjahr nach Dutzenden Patientenvorwürfen und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gesperrt. 

Bald ist klar: Es sind treue Patienten des Mediziners, die sich von ihm gut behandelt fühlen und ihn unterstützen möchten. „Er wurde uns einfach weggenommen. Wer denkt an unser Wohl?“, schreit einer zu Richter Armin Ragoßnig, als es bei den Berufsverbotsgründen um das „Wohl der Gesellschaft“ geht. Anwalt Anton Cuber findet die Maßnahme gegen seinen Mandanten völlig überzogen: „Er hat 11.000 Patienten tadellos behandelt. Wegen ein paar Beschwerden wird ihm dann die Existenzgrundlage entzogen.“

Auch der Arzt selbst klagt: „Wenn gegen mich zwei Jahre ermittelt wird und dann nichts herauskommt – wer bezahlt meinen Schaden? Ich werde bloß angepatzt. Die Beschwerden hat nur die Patientenanwältin aus dem Hut gezaubert.“ Sigrid Wucherer vom Land Kärnten kann das so nicht stehen lassen: Ruhig erklärt sie, warum und wann das Land eingreifen MUSS – in diesem Fall sei die Entscheidung zwingend gewesen. Wie berichtet, sind bei der Patientenanwaltschaft mittlerweile gezählte 111 Vorwürfe gesammelt und an die Justiz weitergeleitet worden. Ermittelt wird wegen Verdachts des schweren Betruges und der schweren Körperverletzung.

Bis da Ergebnisse vorliegen, wird es dauern, denn erst muss ein medizinischer Gutachter bestellt werden. Vorerst geht also um die berufliche Zukunft des Arztes. Wie die ausschaut, wird Ragoßnig schriftlich bekannt geben. Auch das Urteil in einem weiteren Verwaltungsverfahren steht noch aus.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann

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