Mi, 26. September 2018

Kniearthrose

18.03.2018 06:00

Eigenblut fürs Knie

Probleme mit dem Knie plagten Ex-Profikicker und Trainer Roman Mählich. Dank neuer Technologie kann er nun wieder schmerzfrei Sport betreiben.         

20-facher Nationalspieler, WM-Teilnahme in Frankreich 1998 und drei Saisonen in der Champions League mit Sturm Graz, derzeit erfolgreicher Trainer und TV-Fußballexperte – der sportliche Lebenslauf von Roman Mählich (46) kann sich wahrlich sehen lassen! Allerdings begannen bei ihm Ende des Vorjahres Probleme mit einem Knie. Der Vorzeigesportler berichtet: „Ich bin zwar längst nicht mehr als Fußballer aktiv, mache aber nach wie vor viel Bewegung – hauptsächlich beim Training mit meiner Mannschaft vom SC Wiener Neustadt sowie mit Joggen und Radfahren. Leider stellten sich vor ein paar Monaten arge Schmerzen im linken Knie ein. Von ärztlicher Seite wurde mir dagegen eine neue Form der Eigenbluttherapie angeboten. Zum Glück, das kann ich jetzt schon bestätigen, habe ich zugesagt.“

Zwei Ärzte nahmen sich der Sache an: Prim. Univ.-Doz. Dr. Thomas Müllner, Vorstand der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie am Evangelischen Krankenhaus in Wien sowie der Wiener Sportarzt und Unfallchirurg Dr. Christoph Resinger. Letzterer zur Diagnose: „Wie Hunderttausende Österreicher leidet auch Herr Mählich an einer Kniearthrose mittelschwerer Ausprägung. Der jahrelange Spitzensport hat zum vorzeitigen und schmerzhaften Verschleiß von Knorpelmasse geführt.“

Eine Operation wurde nicht für notwendig erachtet. Daher behandelt Dr. Resinger gemeinsam mit Dr. Müllner Roman Mählich nach der neuesten Technologie der ACP-Eigenbluttherapie. Dr. Müllner erklärt den Vorgang: „Blut wird mittels innovativem Doppelspritzensystem direkt aus der Armvene entnommen und in eine Spezialzentrifuge gestellt. Binnen fünf Minuten setzt sich dabei plättchenreiches, hochkonzentriertes Blutplasma im gemeinsamen Kolben der beiden Spritzen ab. Danach wird die kleinere Spritze einfach aus dem Kolben geschraubt, eine Nadel aufgesetzt und die Flüssigkeit in die betroffene Region injiziert.“ Die Anwendung ist zu 100 Prozent biologisch, weil ja nur eine körpereigene Substanz eingesetzt wird.

Die Behandlung dauert rund 15 Minuten, der Patient kann gleich danach wieder seinen Alltagsaktivitäten nachgehen. Dr. Resinger: „Das auf die beschriebene Weise aufbereitete Plasma enthält die dreifache Konzentration an Thrombozyten (Blutplättchen). Werden diese außerhalb der Blutbahn aktiviert, wirken sie entzündungshemmend und setzen zudem Wachstumsfaktoren frei. Diese wiederum kurbeln die Zellneubildung in Muskel-, Sehnen und natürlich auch Knorpelgewebe an.“ Für bestmögliche Wirkung sind rund fünf Behandlungen im Abstand von jeweils einer Woche notwendig. Roman Mählich hat nun vier Injektionen hinter sich. Wie geht es ihm? „Schon nach der ersten Spritze bemerkte ich eine Besserung. Jetzt habe ich weder auf dem Fahrrad noch beim Skifahren irgendwelche Probleme! Das Laufen spüre ich noch ein bisschen, aber kein Vergleich zu vorher.“

Wem kann die ACP-Therapie helfen?
Doz. Müllner: „Diese Methode wurde außer beim Knie noch bei Tennisellbogen, Fersensporn, Reizungen der Achillessehne und dem Patellaspitzen-Syndrom zahlreichen wissenschaftlichen Studien unterzogen. Einhelliges Ergebnis: Die Heilung kann damit deutlich beschleunigt und verbessert werden.“

Wo liegen die Grenzen?
Dr. Resinger: „Ist der Knorpelschaden schon so weit fortgeschritten, dass Knochen auf Knochen reibt, gibt es einfach zu wenig Gewebe, das man zum Wachstum anregen kann. In solchen Fällen bleibt nur der Gelenksersatz.“ Auch das muss allerdings nicht das Ende einer Karriere als Freizeitsportler sein, wie Dr. Müllner bekräftigt: „Viele unserer Patienten gehen mit künstlichem Kniegelenk nach erfolgreicher Reha wieder Radfahren, Skifahren oder Bergsteigen!“

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung 

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