Fr, 17. August 2018

Höhere Grenzwerte

07.03.2018 10:44

5G: Schweiz will Strahlenschutz nicht lockern

Die Schweiz will den strengen Grenzwert für Strahlung aus Mobilfunkanlagen nicht lockern. Das dürfte den Ausbau der neuen Technologie 5G zwar nicht verhindern, aber teurer und komplizierter machen. Der Schweizer Mobilfunker Mobilcom wollte heuer mit der Einführung beginnen und bis 2020 das Land flächendeckend versorgen. Nun dürfte das länger dauern, Swisscom droht mit „Lücken“ in der Versorgung.

Die Branche hatte einen Emissionsgrenzwert gefordert, der je nach Frequenz etwa drei- bis fünfmal höher ist als der geltende Wert. Die Abgeordneten im Ständerat, der die Kantone vertritt, haben sich davon nicht beeindrucken lassen und eine Lockerung der Strahlenschutzvorschriften mit 22 zu 21 Stimmen (bei zwei Enthaltungen) abgelehnt.

Schon 2016 hatte die sogenannte "kleine Kammer" mit einer Stimme Mehrheit höhere Grenzwerte für Mobilfunkantennen abgelehnt, nachdem Gegner vor möglichen gesundheitlichen Auswirkungen gewarnt hatten. Seither habe es aber keine neuen Erkenntnisse gegeben, sagen Kritiker. Mit dem zweiten Nein ist eine Erhöhung der Anlagengrenzwerte nun für eine Weile vom Tisch, sind sich Schweizer Politiker einig.

Antennen bereits am Limit
Verglichen mit der heute verbreiteten vierten Generation (LTE) macht 5G das Surfen im Internet etwa 100 Mal schneller. Außerdem werden damit industrielle Anwendungen für die Kommunikation zwischen Maschinen möglich. Laut Swisscom werden aber in städtischen Gebieten bereits rund 90 Prozent der Antennen beinahe mit der maximal zulässigen Leistung betrieben. Ein Ausbau dieser Antennen sei nicht mehr möglich. Für die Einführung von 5G müssen die Mobilfunkfirmen damit neue Antennenstandorte finden, was angesichts des Widerstands aus der Bevölkerung meist sehr aufwendig ist.

Auswirkungen umstritten
Gesundheitliche Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung sind sehr umstritten. Kritiker werfen der Strahlung vor, krebsauslösend zu sein. Das wird von Befürwortern in Abrede gestellt, es liegen auch keine Studien vor, die den Zusammenhang beweisen würden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO arbeitet an einer neuen Gesamtsynthese der bisherigen Erkenntnisse inklusive Empfehlungen. Doch die ursprünglich für 2018 geplante Publikation verzögere sich offenbar, so die „Neue Zürcher Zeitung“.

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