19.02.2018 07:30 |

Vor Teamspringen

ÖSV-Adler: Nur Wunder schützt vor Erdbeben

Österreichs Skispringer kämpfen im Teambewerb gegen erste Nullnummer seit Park City 2002. Ohne Medaille bleibt im Adler-Horst wohl kein Stein auf dem anderen. 

Gregor Schlierenzauer kämpfte sich gestern in einer internen Quali neben Manuel Fettner ins heimische Aufgebot für das Teamspringen. Cheftrainer Kuttin hatte zuvor schon Stefan Kraft und Michi Hayböck als Fixstarter gesetzt. „Es fühlt sich ein bisschen wie voriges Jahr in Lahti an. Zwei Tage später habe ich mit dem Team WM-Bronze gewonnen“, sagte der Tiroler Rekordadler nach den bislang für ihn so enttäuschenden Winterspielen in Südkorea. Ein Déjà-vu als Mutinjektion? Seit der völlig verkorksten Tournee sind Österreichs Skispringer in einer Negativspirale gefangen. „Es ist irgendwie der Hund drinnen. Leider“, seufzte Kraft. Dem Überflieger und Co. Ist am Montag vor dem abschließenden Teambewerb in Pyeongchang deswegen jedes Mittel für ein bisschen Aufwind recht.

Mit neun WM-Titeln und zwei Olympiasiegen sind die rot-weiß-roten Adler zwar die erfolgreichste Nation im Mannschafts-Bewerb, am Montag steht die Truppe  von Oberadler Kuttin aber vor einer echten Mission Impossible. Nimmt man die Ergebnisse vom Einzel-Springen auf der Großschanze als Maßstab, würden die heimischen Flieger auf dem fünften Platz landen.  Um einen der drei Topfavoriten Norwegen, Polen und Deutschland zu besiegen, würde man ein „Riesenwunder“ (O-Ton Kraft) benötigen. Kuttin glaubt, dass sein Quartett dieses schaffen kann. „Wir wissen ganz genau, dass alles zusammenlaufen muss und dass wir kein Favorit auf eine Medaille sind. Wir müssen mit Herz an die Sache herangehen.“

Mit einer Medaille könnten die Springer noch die Saison retten. Wenn es aber wie zuletzt bei den Spielen in Park City 2002 eine Nullnummer gibt, droht dem Adler-Horst ein Erdbeben. Da wird es ein Jahr vor der Heim-WM in Seefeld ganz sicher Konsequenzen auf allen Ebenen geben.

Norbert Niederacher, Kronen Zeitung

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