Mi, 22. August 2018

Perverse Summen

30.01.2018 11:02

Kinderhandel? Das Millionen-Geschäft mit Jungstars

Monaco zahlt 25 Millionen Euro für den 16-jährigen Pietro Pellegri, Leipzig ist bereit, 15 Millionen für einen ebenfalls 16-Jährigen hinzublättern (Umaro Embalo oben im Video). PSG zieht im Sommer die Kaufoption für einen 19-Jährigen für knapp 180 Millionen. Doch eine Frage drängt sich auf: Tut man damit den Spielern einen Gefallen?

Mit 16 Jahren können heutzutage Ausnahmetalente bereits Millionen verdienen. Oder besser gesagt an ihnen können Millionen verdient werden. Millionen für 16-jährige Spieler sind zum Alltagsphänomen geworden. Als Beispiele kann man RB Leipzigs Neuverpflichtung, den Dänen Mads Bidstrup (2 Millionen), nennen, oder Sergio Gomez (3 Millionen), der gerade von Barcelona nach Dortmund zieht. Vor einem Jahr erregte der Serbe Ivan Ilic noch großes Aufsehen, als er für 2,5 Millionen von Roter Stern Belgrad zu ManCity wechselte. Mittlerweile ist das der Durchschnittpreis für ein Top-Talent in seinem Alter.

Mit der Verpflichtung von Genoa-Supertalent Pietro Pellegri (16) um 25 Millionen Euro führte Monaco das Geschäft namens Fußball in früher unerreichbar geglaubte Dimensionen. Ablösesummen bei Spielern im Teenager-Alter waren noch vor wenigen Jahren unvergleichbar kleiner als bei Erwachsenen. Das scheint sich zu verändern. Und gerade die finanziell stärksten Vereine holen immer jüngere Spieler, damit kein anderer Verein wegschnappen kann. Es ist ein Teufelskreis.

Man gewöhnt sich langsam daran, dass ein 17-jähriger Spieler aus Brasilien, Vinicus Junior, Real Madrid 49 Millionen Euro wert ist. Oder dass für einen 18-jährigen Spieler (Kylian M'Bappe) 180 Millionen Euro angeboten werden. Aber dass Dutzende 16-jährige Spieler den Fußballmarkt beleben müssen, ist neu. Und es gab in der Vergangenheit schon einige Spieler, die mit 16 oder noch jünger ihre Heimat verließen, um das große Geld zu verdienen. Pato, Martin Ödegaard, Freddy Adu, die Liste der vergeudeten Talente ist lang. Vielleicht sollte man aus ihrer Geschichte lernen.

Tamas Denes
Tamas Denes

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