19.02.2004 15:23 |

Erstmals beobachtet

Schwarzes Loch verschlingt Stern

Münchner Astronomen haben erstmals direkt beobachtet, wie ein gigantisches Schwarzes Loch einen Stern zerreißt und verschlingt. Die Forscher fingen eine Art Todesschrei des Sterns auf, der dem Schwarzen Loch zu nahe gekommen war und wie in einem kosmischen Mahlstrom zerrissen wurde.
Die Beobachtung stützt nach Angaben derMax-Planck-Gesellschaft vom Mittwoch Vermutungen, wonach sichim Herzen der meisten Galaxien ein Schwarzes Loch befindet.
 
Offensichtlich wurde der Stern durch die starkenGezeitenkräfte des Schwarzen Lochs in der rund 1,2 MilliardenLichtjahre entfernten Galaxie RXJ1242-119 zunächst starkverformt und schließlich völlig zerrissen. In einerArt riesigem Strudel hat sich das Schwarze Loch dann überJahre hinweg einen Teil der stellaren Trümmer nach und nacheinverleibt. Beim Einströmen in das Schwarze Loch heiztensich die Sternenreste so stark auf, dass sie hell im Röntgenlichtleuchteten.
 
Die Forscher vom Max-Planck-Institut für ExtraterrestrischePhysik in Garching bei München hatten bereits 1992 mit demdeutschen Röntgensatelliten ROSAT beobachtet, wie das Zentrumder unscheinbaren Galaxie im Sternbild Krähe (Corvus) extremhell im Röntgenlicht aufflammte. Jahre später sank dieHelligkeit wieder drastisch ab, wie aktuelle Messungen belegen.Die ungeheuer großen freigesetzten Energiemengen lassenzweifelsfrei auf ein sehr massereiches Schwarzes Loch im Kerndieser Galaxie schließen, betont das internationale Astronomenteamum Stefanie Komossa und Günther Hasinger vom Garchinger Max-Planck-Institut.Die Arbeit soll im Fachblatt "Astrophysical Journal" erscheinen.
 
Zum Zeitpunkt der größten Helligkeitverschluckte das Schwarze Loch den Berechnungen zufolge alle zehnMinuten eine Materiemenge von der Größe der Erde. Nochimmer ist eine Art Nachglühen des kosmischen Dramas zu beobachten,schreiben die Forscher.
Dienstag, 15. Juni 2021
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