23.01.2009 13:43 |

"Komisches Gefühl"

Lanzinger bretterte die Streif hinunter

Der 22. Jänner 2009 war ein weiterer denkwürdiger Tag im Leben von Matthias Lanzinger. Zehneinhalb Monate nach seinem schweren Sturz im Super-G von Kvitfjell, nach dem der Skirennfahrer aus Salzburg seinen linken Unterschenkel verloren hatte, stand Lanzinger wieder auf Skiern und meisterte am Donnerstag mit der Kitzbüheler Streif sogar eine der schwersten Abfahrten der Welt. "Auf diesen Moment habe ich mich lange gefreut. Das war der letzte Schritt zurück ins alte Leben", strahlte der 28-Jährige im Ziel.

Seit seiner Amputation ist der ehemalige ÖSV-Rennfahrer beispielgebenden für Lebensmut und macht Fortschritte im Rekordtempo. Am Mittwoch hatte er seine speziell für das Skifahren gebaute Prothese erstmals am Babylift ausprobiert, schon einen Tag später machte der Abtenauer zusammen mit Michael Walchhofer, Hermann Maier und Co. die Besichtigung der Kitzbüheler Abfahrtspiste mit.

"Das Gefühl war anfangs etwas komisch, aber am Ende hat es wirklich gut funktioniert. Es war ein Quantensprung", war Lanzinger die Freude über die Rückkehr auf Ski deutlich anzumerken. Seine Klage gegen die FIS war an diesem Tag natürlich kein Thema. "Es ist einfach nett, wieder einmal auf dieser Seite des Zaunes zu stehen", sagte er nach der Fahrt vom Hahnenkamm zu Medienvertretern in Kitzbühel.

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Start bei Charity-Rennen
Weil Lanzinger immer schon rasante Fortschritte machte, wird auch der nächste nicht auf sich warten lassen. Schon am kommenden Samstag wird er bei der Kitz-Charity-Trophy sein erstes Skirennen seit dem Unfall bestreiten. Wirklich professionelle Ambitionen hat Lanzinger aber - zumindest derzeit - keine. Auch ein Start bei den Paralympics ist derzeit nicht eingeplant. "Ich genieße es gerade sehr, mich nicht mehr mit Leistungsdruck herumschlagen zu müssen."

Aber nicht nur Lanzinger nutzt Kitzbühel dieser Tage als Moralinjektion, sondern auch Mario Scheiber und Andreas Buder. Die beiden verletzten ÖSV-Asse verbringen gerade einige Tage in der Gamsstadt, Buder machte Donnerstag und Freitag sogar im offiziellen ÖSV-Dress die Besichtigungen der Abfahrt mit.

Buder-Comeback erst nächste Saison
Buder hat wie der ebenfalls verletzte Teamkollege Hans Grugger sein Comeback wegen anhaltender Knieschmerzen bereits auf nächste Saison verschoben. "Ich bin derzeit nicht einmal 80 Prozent meiner selbst", erklärte der Niederösterreicher. "Mein Ziel ist, im Sommertraining wieder ohne Einschränkungen trainieren zu können. Die Streif runter zu fahren, hilft mir, den Gusto zu erhalten. Es ist gut für die Moral, wieder einmal eine Weltcupstrecke unter den Füßen zu haben."

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