Mo, 11. Dezember 2017

Wolayerseehütte

20.06.2017 21:20

Das Hüttenbier fliegt in die Berge

12.000 Wanderer genießen jährlich Bier und Lesachtaler Schmankerln am Ufer des Wolayersees. Damit dies in knapp 2000 Metern möglich ist’s, braucht’s jedoch Hubschrauber.

Der Beginn der Bergsaison ist für Kärntens und Osttirols Hüttenwirte eine stressige Zeit: "Und eine große logistische Herausforderung, damit müde Wanderer nicht Durst leiden müssen", lacht der Lesachtaler Helmut Ortner. Der 53-jährige Bergführer und Landwirt bewirtschaftet seit mehr als einem Jahrzehnt die 1960 Meter hoch gelegene Wolayerseehütte in den Karnischen Alpen: "Heuer ist genau genommen meine zwölfte Saison", schildert Ortner, während er die schweren Bierfässer ins Lager trägt.

Denn "Eindecken" ist angesagt, also das Bunkern von unzähligen Kisten, Fässern und anderen Sachen, die für die rund 100 Tage benötigt werden, die der Bergsommer hier oben am Ufer des kleinen blauen Bergsees am Fuße der mächtigen Kellerwand andauert. Dafür braucht es einen Großeinkauf: "Man muss genau abschätzen, wie viel man benötigt", so Ortner. Alleine 80 Fässer Bier lässt Ortner dafür hinauf auf die Hütte fliegen. Richtig gelesen, fliegen, denn ohne Hubschrauber geht in den Bergen nichts. Wie unzählige Kollegen setzt Ortner dabei auf das Know-How von Wucher-Helicopter. Die Vorarlberger sind Profis, wenn’s um Außenlastflüge geht. 13 Mal pendelt die "Ecureuil" zwischen der Schutzhütte und dem Parkplatz bei der Hubertuskapelle im Lesachtaler Wolayersee-Tal.

Mit dabei sind auch einige Techniker und Elektriker, gilt es doch auch, die Hütteninfrastruktur nach dem langen Winter wieder in Schuss zu bringen. "Wir haben auch ein neues Notstrom-Aggregat installiert, falls unser eigenes Wasserkraftwerk, etwa mangels Wasser im Wolayersee, ausfällt", erklärt Ortner.

Dafür mussten jedoch auch 2000 Liter Gas auf den Berg geflogen werden. Die Lebensmittel - und darauf ist Ortner stolz - die auf der Schutzhütte angeboten werden, sind immer frisch und regional. "Die bringe ich dann mit dem Geländewagen hinauf", sagt Ortner, der übrigens als erster Kärntner auf dem Gipfel des Mount Everest gestanden ist: "Bei mir gibt es nur Lesachtaler Fleisch, ebenso Wild. Das Lamm gibt’s von meinem Hof und seit heuer haben wir den Gailtaler Almkäse von der Tröpolacher Alm bei uns am Berg." Kulinarische Genüsse sind damit garantiert, immerhin zählt Ortner um die 12.000 Tagesgäste samt 3000 Übernachtungen. Und es dürften in den kommenden Jahren noch mehr werden, denn bis 2019 soll die Wolayersee Alm mit einem neuen Weg viel besser erschlossen werden.

"Dieser ist für die Erhaltung dieses wunderschönen Naturschutzgebietes auch dringend notwendig. Für den Individualverkehr wird er jedoch weiterhin gesperrt bleiben. Dafür wird die Strecke für Mountainbiker freigegeben sein", erklärt Ortner, der sich in diesem Bergsommer auf die Besuche vieler Wanderer freut.

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