Do, 18. Jänner 2018

SPD-Muslima:

25.03.2017 10:57

"Diese Terroristen pervertieren meine Religion"

Nach dem blutigen Terroranschlag am Mittwoch in London mit fünf Toten und Dutzenden Verletzten lässt die deutsche SPD-Politikerin Sawsan Chebli mit einem emotionalen Statement aufhorchen. "Als Muslima macht es mich wütend und traurig, schon wieder ohnmächtig mitanzusehen, wie Monster, die sich Muslime nennen, meine Religion pervertieren und im Namen des Islam morden", schreibt die 38-Jährige auf ihrer Facebook-Seite.

Gleich zu Beginn des Postings, das die Politikerin bereits am Donnerstag veröffentlicht hatte, betont Chebli, dass sie selbst den Islam immer als friedfertige, vergebende und barmherzige Religion gelebt habe. Für sie sei es daher besonders wichtig, sich klar und deutlich vom Terrorismus zu distanzieren.

"Terroristen morden im Namen unserer Religion"
Die 38-Jährige richtet ihren Appell daher zunächst an die Muslime selbst: "Auch wenn wir es satt haben und es wahnsinnig ermüdend ist, uns ständig vom Terror zu distanzieren: Wir müssen es tun. Denn Terroristen morden im Namen unserer Religion. Wir haben die Pflicht und Verantwortung, täglich und immer wieder aufs Neue für einen friedlichen und toleranten Islam zu werben."

"Lasst uns weniger defensiv sein"
Chebli fordert in diesem Zusammenhang dazu auf, auch in der Öffentlichkeit kritischer mit Fehlentwicklungen in den Communities umzugehen. "Die Debatten finden ja statt. Aber sie finden hinter verschlossen Türen statt. Lasst uns weniger defensiv sein. Je offener wir über die Missstände sprechen, desto glaubwürdiger sind wir, wenn wir für unsere Werte eintreten", so die SPD-Politikerin weiter.

"Muslime sind eure Nachbarn, Kollegen, Mitschüler"
Dann wendet sich die gläubige Muslimin aber auch an die "nichtmuslimische Mehrheitsgesellschaft": "Bitte lasst euch von den Islamhassern und Schwarz-Weiß-Malern keine Islam-Scheuklappen aufsetzen! Muslime sind eure Nachbarn, Kollegen, Vereinskameraden, Mitschüler. Wir, die überwiegende Mehrheit der Muslime, lehnen Gewalt genauso ab wie ihr, setzen uns tagtäglich für ein friedliches Zusammenleben ein, engagieren uns für dieses Land, übernehmen Verantwortung."

"Wir werden weiter frei und angstfrei leben"
Zuletzt appelliert Chebli an den Zusammenhalt der Gesellschaft. "Es sind keine leeren Durchhalteparolen, wenn wir sagen, dass wir uns von Terroristen nicht auseinanderdividieren lassen, uns nicht ihre Agenda vorschreiben lassen. Wir werden weiter frei und angstfrei leben und nicht zulassen, dass diese Leute, die sich Muslime nennen, ihren Hass auf uns übertragen. Wir werden weiter lieben, weiter für Toleranz und Weltoffenheit werben!"

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