Mo, 18. Dezember 2017

In sozialen Medien

29.11.2016 12:03

IS rühmt Ohio-Attentäter als einen seiner "Brüder"

War der Attentäter von Ohio ein sogenannter einsamer Wolf? So werden islamistische Angreifer genannt, die sich auf Terrororganisationen wie den Islamischen Staat oder die Al-Kaida berufen, aber auf eigene Faust handeln. Die Ermittler schließen diese These nicht aus, zumal auch Sympathisanten des IS in den sozialen Netzwerken den erschossenen Somalier Abdul Razak Ali Artan als einen ihrer "Brüder" feiern.

Wie berichtet, raste der 18-jährige Student am Montagvormittag am Campus der Ohio State University zunächst mit seinem Auto in eine Fußgängergruppe und stach anschließend mit einem Fleischermesser auf mehrere Menschen ein. Artan verletzte elf Menschen zum Teil schwer, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Islamistische Parolen auf Facebook vor der Tat
Zuvor hatte er Medienberichten zufolge islamistische Parolen auf Facebook gepostet, in denen es vor allem um die Einmischung der Vereinigten Staaten in islamische Länder ging. Unter anderem habe es dort geheißen: "Amerika! Höre endlich auf mit deiner Einmischung in anderen Ländern, vor allem in den Ländern der Umma." Das arabische Wort "Umma" bezeichnet die Gemeinschaft der Muslime. Weiters: "Wir werden euch nicht in Ruhe lassen, bis ihr die muslimischen Länder in Ruhe lasst."

Nach dem Angriff verbreiteten sich die Informationen darüber vor allem über die Nachrichten-App Telegram rasend schnell. Unter den Kommentaren waren auch viele Lobpreisungen des somalischen "Bruders" zu lesen, wie der US-Terrorexperte Michael S. Smith in einer Analyse auf seiner Website insidethejihad.com erläutert.

Gleichzeitig warnt Smith davor, solche Formulierungen in den sozialen Netzwerken gleich als Verbindung zu den betroffenen Terrororganisationen zu werten. Allerdings hätte es ähnliche Wellen nach der Terrornacht in Paris im November 2015 und auch nach dem Attentat in Nizza am 14. Juli des heurigen Jahres auf Telegram gegeben. Später bekannte sich der Islamische Staat zu den Anschlägen. Auch hier könnte es sich so verhalten, meint der Experte.

Telegram: Die Lieblings-App der Dschihadisten
Telegram gilt als Lieblings-App der Dschihadisten. Denn nicht nur Sympathiebekundungen, sondern auch Kommunikation während der Planungsphase erfolgt auf den verschlüsselten Kanälen dieser Anwendung für Smartphones. Schon mehrfach hat sich herausgestellt, dass Attentate mithilfe des Mitteilungsdienstes Telegram vorbereitet wurden - unter anderem der Mord an einem französischen Priester in der Normandie . Einer der 19-jährigen Täter von Saint-Etienne-du-Rouvray verschickte kurz vor der Tat Botschaften, in denen von einer "Kirche" und einem "Messer" die Rede war. Auch das Terror-Paar von Baden kommunizierte nach außen über Telegram. Miteinander chatteten Adam A. seine Frau Zulihan J. über Skype.

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