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13.04.2016 15:47

"UFC 2": Schweiß, Blut und krachende Schläge

Schweißüberströmte Athleten prügeln - für Laien scheinbar sinnlos - keuchend aufeinander ein. Blut fließt, die Menge johlt. Einer geht zu Boden, sein Gegner stürzt sich auf ihn, drischt auf ihn ein. Der scheinbar Geschlagene windet sich überraschend aus seiner misslichen Lage und verpasst seinem Gegenüber seinerseits ein paar krachende Tritte und Schläge, bis dieser zu Boden geht. Alltag in EA Sports' "UFC 2".

Ultimate Fighting nennt sich das Spektakel, welches sich vor allem in den USA in Form der UFC (Ultimate Fighting Championship) größter Beliebtheit erfreut. In Europa mehren sich die Fans gleichermaßen wie der Chor der Kritiker anschwillt. Während Anhänger von der umfassendsten Kampfsportart sprechen, meinen Kritiker wie der Kabarettist Werner Schneyer: "Ultimate Fighting ist keine Sportart, das ist ein Brutalo-Event und gehört verboten."

Wer sich selbst davon ein Bild machen möchte und das lieber auf spielerische Art, dem kommt "UFC 2" von EA Sports gerade zur rechten Zeit. Das Intro bietet wie bei vielen EA-Sports-Titeln in letzter Zeit die Möglichkeit, selbst aktiv teilzunehmen. In einem Titelkampf gilt es, die entscheidenden Schläge anzubringen. Genau hier offenbart sich vielleicht die größte Schwäche des Spiels: Als unbedarfter Neuling scheitert man schnell an der Steuerung. Die realitätsnahe Umsetzung sorgt für eine entsprechende Komplexität.

Übung macht den Meister
Die Details der Grafik, Schweißperlen und Blutstropfen inklusive, die geschmeidigen Animationen gehen so anfangs unter. Alle Aufmerksamkeit liegt nämlich beim Training. In den Tutorials, ohne diese sind Kämpfe für Anfänger eigentlich sinnlos, holt man sich nicht nur den Feinschliff, sondern verinnerlicht die Grundlagen. Das Sprichwort "Übung macht den Meister" war selten zutreffender. Die Hartnäckigen, Disziplinierten und Motivierten sind es denn auch, die am Ende nicht nur Erfolge feiern, sondern auch immer mehr das Drumherum genießen können.

Vereinfacht gesprochen geht es darum, den Gegner mit Tritt- und Schlagfolgen zu bearbeiten, ihn mit einem Griff zu Boden zu bringen und ihn dann weiter mürbe zu machen - bis er aufgibt, der Ringrichter den Kampf abbricht oder der Kämpfer K.o. geht.

Untergriffig
Die Krux an der Sache sind die Aufgabegriffe, stellen diese doch eine eigene Herausforderung dar. Sie als schwierig zu beschreiben, wäre noch eine höfliche Untertreibung. Zwar lassen sich Kämpfe auch ohne sie gewinnen, allerdings ist es schade, dass dieses Element den ohnehin schon anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad weiter anhebt. Ungeduldige Spielernaturen dürften ihren inneren Hulk demnach einige Male kennenlernen, bevor sich dank erster Erfolge der Puls wieder normalisiert.

Von den Spielmodi her fährt EA Sports alles auf, was sich bewährt hat. Neben Modi für Zwischendurch, bei denen etwa ein K.o. erreicht werden muss, sowie dem Live-Event-Part, bei dem auf reale Kämpfe gewettet wird, stellen Ultimate Team und Karriereteil das Herzstück dar. Beide sind sehr motivierend, nur die mit der Dauer etwas eintönigen Minispiele im Karriere-Modus trüben den ansonsten sehr guten Gesamteindruck.

Fazit: Mit "UFC 2" ist EA Sports eine sehr gute Ultimate-Fighting-Simulation gelungen. Grafisch gibt es nichts zu meckern. Ein paar Schwächen der Steuerung und ein wenig Verbesserungspotential im Karrieremodus wären die einzigen Kritikpunkte. Wären, denn die hohe Einstiegshürde für Einsteiger stellt das eigentliche Manko dar. Schade, denn so wird "UFC 2" primär den Fans der Sportart vorbehalten bleiben.

Plattform: PS4 (getestet), Xbox One
Publisher: EA Sports
krone.at-Wertung: 7/10

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