So, 25. Februar 2018

Privatquartier

06.02.2018 12:31

Für Bernadette Schild kocht bei Olympia die Mama

Insgesamt fünf vom Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) betreute Quartiere gibt es für die 105-köpfige "Armada" bei den Winterspielen in Pyeongchang. Einige wenige Sportler haben aber doch gebeten, auch außerhalb privat zu wohnen. Eine davon ist Bernadette Schild, die verraten hat, dass sie in Südkorea Mamas Küche genießen darf.

"Ich bin extern", sagte Schild, die am Dienstag in Yongpyong das Olympische Dorf besucht hat, beinahe kleinlaut. Die ÖSV-Medaillenkandidatin für den Slalom am Valentinstag (14.2.) hat sich im Gegensatz zu ihrem ersten Einsatz im Zeichen der Fünf Ringe für ein Privatquartier entschieden.

Nicht weit vom Österreich-Haus
"Ich war in Sotschi im Dorf und es war einfach die Überlegung da, weil meine Eltern kommen und auch mein Mann ist da. Die brauchen sowieso ein Quartier", sagte Schild. Hauptgrund ist aber die gute Küche der Mama bzw. die in Sotschi gemachten Erfahrungen. "Für mich ist es auch wichtig, eine gewohnte Küche zu haben. Ich bin da relativ empfindlich. In Sotschi hat das nicht so funktioniert und aus Fehlern muss man lernen", gestand die jüngere Schwester der Ex-Slalom-Queen Marlies. "Es ist ja nicht weit weg, ich bin in zwei Minuten da. Es ist gleich neben dem Österreich-Haus." Was auch für eventuelle Feiern günstig wäre, oder? "Ja, da wäre es auch nicht weit", sagte sie lachend.

Der Chef de Mission des ÖOC, Christoph Sieber, spricht von "ganz wenigen", die privat wohnen. "Bernadette hat sicher das privateste Quartier." Und Superstar Marcel Hirscher? "Er wohnt mit den anderen Jeongseon, hat aber auch eine andere Möglichkeit."

"Die Betten sind steinhart"
Was offenbar alle Quartiere, ob Olympische Dörfer, Hotels oder Herbergen gemein haben, sind die harten Matratzen. "Die Betten sind steinhart. Ich weiß jetzt, warum die Asiaten alle so einen geraden Rücken haben. Aber das ist Koreanisch, das ist die Kultur und ich finde es eigentlich ganz schön, wenn man ein bisserl was von der Kultur und wie die Menschen da so leben, mitkriegt", sagte Schild. Auch wenn es eine Umstellung und gerade für einen Sportler noch "ein bisserl schwieriger" sei.

Sieber jedenfalls ortet keinen Trend zu Privatquartieren, der auch nicht im Sinne des Olympischen Gedankens wäre. "Die meisten genießen das Olympische Dorf und es ist auch ein ganz besonderer Teil der Spiele, dass es ja in kaum einem anderen Lebensbereich gibt. Da lebt wirklich die gesamte Welt-Elite zusammen und isst gemeinsam an einem Tisch."

Das ÖOC lässt aber schon Ausnahmen zu: "Wir sind sicher keine Prinzipienreiter, sondern flexibel in der Gestaltung. Wir wollen, dass jeder auf seine Rechnung kommt. Solange alles in vernünftigem Rahmen ist." Finanzielle Extrawürste werden allerdings nicht aus der ÖOC-Kasse bezahlt. So zum Beispiel auch nicht bei den Flügen. "Wir zahlen Economy-Flüge. Wenn jemand Business fliegen will, buchen wir das gerne, bezahlen die Differenz aber nicht. Das würde auch gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen."

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