So, 17. Dezember 2017

Kokainschmuggel

08.01.2009 14:41

Mildere Haftstrafen für sieben Angeklagte

Wegen Suchtgifthandels sind am Donnerstag am Landesgericht Korneuburg sieben Angeklagte zu Freiheitsstrafen von 18 Monaten bis sieben Jahren verurteilt worden. Den Österreichern (im Alter zwischen 29 und 58 Jahren), fünf Männern und zwei Frauen - war vorgeworfen worden, aus der Dominikanischen Republik insgesamt 80 Kilogramm Kokain, versteckt in Tarnbehältern im Reisegepäck, ins Land gebracht zu haben. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, die Urteile sind somit nicht rechtskräftig.

Die Beschuldigten hatten zugegeben, als Drogenkuriere fungiert zu haben. Der Prozess unter Vorsitz von Richter Manfred Hohenecker war der zweite Rechtsgang, nachdem der Oberste Gerichtshof das Urteil der ersten Verhandlung vom Juni 2008 aufgehoben hatte. Die damals verhängten Strafen waren höher. Der Hauptangeklagte erhielt sieben (vorher acht) Jahre Haft, der Zweitangeklagte fünf, die Tochter des Erstbeschuldigten drei, ein weiterer Beschuldigter zwei Jahre. Drei Personen, darunter auch jene Frau, die sich erst im Laufe der heutigen Verhandlung schuldig bekannt hatte, wurden zu je 18 Monaten verurteilt.

Kokain in Rumfässchen und Haargeldosen versteckt
Den Ausführungen des Staatsanwaltes zufolge war der Huptangeklagte in der Dominikanischen Republik verheiratet. Seine Frau habe ihm die lukrativen Transporte vorgeschlagen, die er dann selbst durchführte und in seiner Heimatstadt Wien Bekannte als Kuriere anwarb. Das Kokain wurde in Rumfässchen und -flaschen sowie Dosen u.a. für Haargel versteckt - in Pulver- und flüssiger Form, mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 65 bzw. 40 Prozent. Das nun verhängte Strafmaß begründete sich mit der errechneten Menge von 30 Kilogramm reinem Kokain.

"Der Zoll schaut eh nicht"
Eine Kellnerin bekannte sich eingangs nicht schuldig - sie habe die Rumfässchen und Dosen in einem Hotelzimmer von der Tochter des Angeklagten zum Einpacken bekommen, weil deren Koffer zu voll gewesen sei. Der Wiener sagte hingegen aus, der Frau erzählt zu haben, dass er "Chemikalien" aus der "Dom-Rep herüberbrachte“, die für Holland bestimmt seien. Er schlug ihr vor, Urlaub, Flug und 2.000 Euro zu bezahlen, wenn sie das auch täte. "Der Zoll schaut eh nicht."

Wie die Niederösterreichische Sicherheitsdirektion zu dem Fall im Frühjahr 2008 mitteilte, waren drei Verdächtige im Zuge einer behördlichen Schwerpunktaktion am Flughafen Wien in Schwechat kontrolliert worden. Im Gepäck der aus dem Karibikstaat kommenden Österreicher (zwei Männer und eine Frau) fanden sich 20 Kilogramm Kokain.

Im Zuge der folgenden Ermittlungen wurden weitere mutmaßliche Drogenkuriere ausgeforscht. Sie sollen mit 2.000 bis 5.000 Euro pro Flug entlohnt worden sein. Insgesamt seien seit 2006 rund 80 Kilo Kokain ins Land gebracht und in Pkws weiter in die Niederlande transportiert worden sein. Neben den sieben Verdächtigen wurden acht weitere Personen angezeigt, die aber keine Kenntnis von dem Drogenschmuggel hatten.

Symbolfoto

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden