Do, 23. November 2017

Packendes Duell

13.06.2008 12:43

Kroatien besiegt Deutschland 2:1

Kroatiens Nationalmannschaft hat am Donnerstag den Aufstieg ins Viertelfinale der EURO geschafft. Die Elf von Slaven Bilic feierte im Klagenfurter Wörthersee-Stadion vor 30.000 Zuschauern gegen den dreifachen Europameister Deutschland einen 2:1-(2:0)-Erfolg und steht damit schon vor dem letzten Spieltag als Gruppensieger fest. Darijo Srna (24.) und Ivica Olic (62.) brachten die Kroaten auf die Siegerstraße, Lukas Podolski gelang nur mehr der Anschlusstreffer (79.).

Die Kroaten, die erst zum zweiten Mal (im achten Duell) gegen Deutschland erfolgreich blieben, haben damit weiterhin bei "großen Turnieren" kein zweites Gruppenspiel verloren. Durch die Niederlage hat auch Österreich am Montag noch die Chance im direkten Duell gegen Deutschland den Viertelfinaleinzug zu fixieren.

Bilder und Stimmen zum Spiel findest du in der Infobox!

1:0 durch Darijo Srna
Die Partie begann mit einem gegenseitigen Abtasten, beide Mannschaften waren auf Sicherheit bedacht und ließen den Ball nur zirkulieren. Die Kroaten, bei denen Rakitic für Petric in die Mannschaft gerückt war und die diesmal auf ein 4-4-1-1-System setzten, machten zu Beginn kaum etwas fürs Spiel, die Deutschen gar nichts. Die destruktive Spielweise der Truppe von Joachim Löw wurde aber schnell bitter bestraft. Fünf Minuten nachdem Metzelder vor Olic zur Ecke gerettet hatte (19.), brachte Darijo Srna die Bilic-Elf in Führung. Der 26-Jährige war nach einer Pranjic-Flanke schneller als Jansen und traf zum 1:0 (24.).

Danach versuchte die DFB-Elf mehr Akzente zu setzen, blieb aber zumeist ideenlos. Löw hatte zwar auf die siegreiche Elf vom Polen-Spiel (2:0) gesetzt, von Selbstvertrauen war bei den Spielern aber nichts zu sehen. Regisseur Michael Ballack war genauso wie Polen-Doppeltorschütze Lukas Podolski und das Sturmduo Miroslav Klose/Mario Gomez zumeist abgemeldet. Nur dreimal kamen die Deutschen vor der Pause gefährlich vor das Tor von Stipe Pletikosa: Gomez (26.) und Metzelder (40.) setzten ihre Kopfbälle über das Tor, dazu zeichnete sich der kroatische Schlussmann bei einem Ballack-Freistoß aus (33.).

Kroaten vergaben zahlreiche Chancen
Die besseren Chancen hatten aber auch nach dem Führungstreffer die Kroaten, Niko Kranjcar hätte zweimal für die Vorentscheidung sorgen können. Der 23-Jährige schoss aber nach Vorarbeit von Rakitic und Olic aus aussichtsreicher Position drüber (30.) und scheiterte mit einem Volleyschuss, nach dem er sich den Ball mit der Brust herrlich angenommen hatte, an DFB-Teamgoalie Lehmann (42.). Dazu schoss der starke Srna nach einer Lehmann-Kurzabwehr am kurzen Eck vorbei (43.).

Zur Pause reagierte Löw, brachte David Odonkor (rechtes Mittelfeld) für den schwachen Jansen. Dafür wechselte Philipp Lahm auf die linke und rückte Clemens Fritz auf die rechte Abwehrseite zurück. Die Deutschen wurden sich dem Ernst der Lage bewusst und setzten sich in der gegnerischen Hälfte fest. Wirkliche Torgefahr konnte der dreifache Europameister aber nicht erzeugen, einzig ein Ballack-Schuss ging drüber (49.).

Vorentscheidung in stärkster Phase der Deutschen
Ausgerechnet in jener Phase, als die Deutschen etwas aufkamen, sorgten die Kroaten für die Vorentscheidung. Eine Rakitic-Flanke wurde von Podolski unglücklich auf die Stange abgelenkt und der Hamburger Olic staubte vor Fritz zum 2:0 ab (62.). DFB-Teamgoalie Lehmann, der schon zehn Minuten zuvor bei einem nicht allzu harten Modric-Schuss patzte (52.), wirkte einmal mehr unsicher.

Löw gab daraufhin Bastian Schweinsteiger (für den schwachen Gomez) auf der linken Außenbahn eine Chance, dafür durfte Podolski wieder auf seiner angestammten Position im Angriff ran, und die Rochade machte sich bezahlt. Nach einer Lahm-Flanke kam der Ball über die Köpfe von Ballack und Kroatiens Innenverteidiger Robert Kovac genau zu Podolski, der mit einem trockenen Volleyschuss seinen dritten Turniertreffer erzielte (79.).

Rot für Schweinsteiger
Bereits zuvor hatte Schweinsteiger, dessen Schuss von Pletikosa zur Ecke abgelenkt wurde, den Anschlusstreffer auf dem Fuß gehabt (73.). Für den Ausgleich reichte es aber in einer hitzigen Schlussphase nicht mehr. Als negativer Höhepunkt wurde Schweinsteiger kurz vor dem Abpfiff ausgeschlossen (92.).

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