20.10.2002 11:05 |

M. Schumacher

Hält nichts von Reform-Vorschlägen

Dass Weltmeister Schumacher als von der Formel-1-Chefetage zum Problem erklärter "PS-Dominator" von all den Reform-Vorschlägen der vergangenen Tage nichts hält, ist so verwunderlich nicht
Dass Weltmeister Schumacher als von der Formel-1-Chefetagezum Problem erklärter "PS-Dominator" von all den Reform-Vorschlägender vergangenen Tage nichts hält, ist so verwunderlich nicht.Aber auch seine Kollegen der degradierten Rennställe lehnendie von Bernie Ecclestone angedachten Regeländerungen, diewieder Spannung in die Formel 1 bringen sollen, ab. "Schumi" siehtkeinen Anlass zu handeln. "In meinen Augen reguliert sich dieFormel 1 selbst. Es gehören viele Bausteine dazu, erfolgreichzu sein. Wenn man Regeln ändert, bleibt das Team trotzdemin der Position, darauf am besten reagieren und seine Vormachtstellungbehaupten zu können", sagte Schumacher vor dem GroßenPreis von Japan in Suzuka (Sonntag, 7.30 Uhr MEZ).
 
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und FIA-PräsidentMax Mosley hatten zuvor zahlreiche Ideen vorgestellt, wie maneine zu große Dominanz eines Teams künftig verhindernkönnte. Von Zusatzgewichten für jeden WM-Punkt überdie Abschaffung der Elektronik bis hin zur Forderung, die Fahrersollten in Zukunft ihre Autos tauschen, reichten die Vorschlägeder beiden Engländer, die sie am 28. Oktober der Formel-1-Kommissionvorlegen wollen. Im Einzelnen wollte Schumacher die angedachtenMaßnahmen nicht kommentieren, er hält sie aber nichtfür nötig: "Es wird sicher nicht noch mal so ein Jahrgeben. Dafür werden sich Teams wie McLaren-Mercedes und BMW-Williamsviel zu sehr anstrengen. Die werden es schaffen, ranzukommen,wie wir es 1998 geschafft haben. Warum sollte man sich fürseinen Erfolg benachteiligen lassen?"
 
Eine ähnliche Meinung vertritt sein BruderRalf. "Es muss sich nichts ändern. Es hat immer Teams gegeben,die überlegen waren. Außerdem liegt es allein an uns",sagte der BMW-Williams-Pilot. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissenhält ebenfalls nichts von Zusatzgewichten oder ähnlichenHandicaps. "Wir wollen Ferrari aus eigener Kraft schlagen undnicht, weil ihnen Blei an die Füße gebunden wird",meinte Theissen. Mercedes-Sportchef Norbert Haug findet: "Wegender Ferrari-Dominanz brauchen wir keine Regeländerungen."
 
Auch bei den kleineren Teams, die vielleicht vonneuen Bestimmungen mehr profitieren würden, überwiegtdie Skepsis. "Zusatzgewichte würden zwar unsere eigenen Chancenerhöhen, aber das entspricht nicht der Grundidee der Formel1", sagte Sauber-Pilot Nick Heidfeld. "Sicher könnte mehrSpannung der Formel 1 gut tun. Aber ob diese Vorschläge derrichtige Weg sind, möchte ich sehr bezweifeln", sagte Jaguar-SportchefNiki Lauda: "Man darf niemanden für seinen Erfolg bestrafen.Die Formel 1 ist der Kampf der Besten, deswegen sind auch dieganzen Autohersteller dabei."
Sonntag, 16. Mai 2021
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