22.08.2003 14:23 |

Tennis

Pete Sampras hört auf!

Pete Sampras sagt goodbye. Am Eröffnungstag der US Open nimmt der weltbeste Tennisprofi in Flushing Meadows seinen Abschied und beendet seine beispiellose Karriere. "Ich bin nicht mehr mit dem Herzen dabei", hat sich der Amerikaner nach einem Jahr Bedenkzeit und "Ringen mit sich selbst" eingestanden.
Seinen Entschluss gab er am Freitag per E-Mailbekannt. Zwar vermisse er seinen Sport, "aber ich vermisse ihnnicht genug, um wieder alles dafür zu tun, um nach oben zukommen".
 
Wenn der 32-Jährige am Montag auf dem Hartplatzdes Arthur-Ashe- Stadiums sein Racket nach 14 Grand-Slam-Triumphenund insgesamt 64 Einzel-Titeln aus der Hand legt, schließtsich der Kreis. In New York gewann der damals von der Fachweltnoch leise belächelte Sohn griechischer Einwanderer 1990sein erstes Grand-Slam-Turnier - und an selber Stelle setzte ervor zwölf Monaten den Schlusspunkt.
 
Andre Agassi war jeweils der bedauernswerte Gegner.Eben dieser Andre Agassi, der mit seinem Landsmann auf Geheißdes gemeinsamen Sponsors lange Jahre eine Hassliebe pflegen musste.Als Sampras am 8. September 2002 seinen letzten Matchball verwandelthatte, ahnten beide, dass es der letzte Showdown war. "Vielleichtstehen sich hier eines Tages unsere Kinder gegenüber." Gutzwei Monate später, am 21. November 2002, brachte Sampras'Frau Bridgette Wilson Sohn Christian Charles zur Welt. Und diePrioritäten im Hause Sampras in Beverly Hills ändertensich.
 
Boris Becker: "Er ist der Beste aller Zeiten"
"Ich habe großen Respekt vor seiner Entscheidung",sagte Boris Becker. "Aber gibt es etwas Schöneres, als miteinem Grand-Slam-Sieg eine so großartige Karriere zu beenden?"Becker und Sampras verbindet bis heute eine außerordentlicheHochachtung. "Ich vermisse die Spiele gegen Boris", klagte Samprasin den Monaten nach Beckers Abgang vor vier Jahren immer wieder.
 
"In Pete Sampras tritt der beste Tennisspieler allerZeiten zurück", sagte Becker und erinnerte an eines der denkwürdigstenSpiele der Tennis-Geschichte. "Für mich wird vor allem meinMatch gegen Pete beim Masters 1996 in Hannover unvergessen bleiben.Auch wenn ich das Finale verloren habe, war es das vielleichtbeste Spiel meines Lebens." Es war ein unvergesslicher Abend auchfür den Amerikaner, den er mit einem 3:6, 7:6, 7:6, 6:7,6:4-Sieg zu einem seiner insgesamt fünf ATP-Weltmeisterschaftenkrönte.
 
Rekordjäger Pete Sampras
Mehr WM-Titel hat kein anderer Tennis-Profi errungen.Sechs Mal beendete er die Saison von 1993 bis 1998 als Nummereins, stand 286 Wochen an der Spitze der Weltrangliste und kassierteallein an Preisgeld 43,28 Millionen Dollar. "Man wird sehen, obdiese Rekorde zu brechen sind. Ich glaube, es wird verdammt schwer",meinte Sampras. Ein Rekord für die Ewigkeit dürftendie 14 Grand-Slam-Siege sein, mit denen er den Australier RoyEmmerson (12) übertrumpfte.
 
Rekord zur Jahrtausendwende
Der Rekord fiel zur Jahrtausendwende in Wimbledon- es hätte an diesem 9. Juli 2000 keinen besseren Schauplatzgeben können. Wenn Boris Becker in Wimbledon sein "Wohnzimmer"hat, dann hat Pete Sampras auf dem "Heiligen Rasen" eine Villa.Von 1993 bis 2000 gewann er sieben Mal - unterbrochen nur voneiner Viertelfinal-Niederlage 1996 gegen den späteren ChampionRichard Krajicek.
 
"Größter Champion aller Zeiten"
"Sein Abschied ist die Zeit für uns, die außergewöhnlicheKarriere eines Champions zu ehren, die uns zum Perfektionismusinspirierte", sagte ATP-Chef Mark Miles. "Wir hatten das Privileg,die Entwicklung des vielleicht größten Champions allerZeiten miterleben zu können." In seiner 14 Jahre dauerndenProfi-Laufbahn bestritt Sampras 984 Matches, von denen er nur222 verlor. Skandale produzierte er nie, Eskapaden waren ihm fremd.Auch nach dem Erstrunden-Aus 2002 in Paris, wo sein 13. Versuchscheiterte, die French Open zu gewinnen.
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