06.04.2007 15:44 |

Klima-Katastrophe

UNO-Bericht: Hohe Kosten für Österreich

Nach tagelangem Ringen um einzelne Formulierungen hat sich der Weltklimarat IPCC am Freitag auf einen neuen Bericht geeinigt. Demzufolge sind durch die globale Erwärmung bis zu 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Die USA, China und Saudi-Arabien hatten bis zuletzt Änderungswünsche angemeldet. Wissenschafter kritisierten, der Bericht sei dadurch verwässert worden. Auch Österreich ist durch die hohen Folgekosten der Erwärmung betroffen.

Strittig waren bis zuletzt das Ausmaß der erwarteten Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten sowie die Frage, ob eine Schätzung zu den finanziellen Kosten der Klimakatastrophe in den Bericht aufgenommen werden soll. Einige Wissenschafter kündigten ob der politischen Einflussnahme an, sie wollten an einem weiteren Klimabericht nicht mehr mitarbeiten. Umweltminister Pröll kritisierte die "Blockadehaltung" der USA.

In dem Entwurf für den Bericht hieß es, dass etwa 20 bis 30 Prozent aller Arten von unumkehrbarer Auslöschung bedroht sind, wenn die globale Durchschnittstemperatur um 1,5 bis 2,5 Grad steigt.

Erwärmung kostet Österreich jährlich zehn Milliarden
Zudem seien Milliarden Menschen von dem Klimawandel betroffen. In Afrika werden bis 2020 bis zu 250 Millionen Menschen unter Wassermangel leiden. In Nordamerika drohen vermehrt tödliche Wirbelstürme, Überschwemmungen, Hitzwellen und Buschbrände. Auch Asien ist von heftigen Überflutungen bedroht. Ein Mit-Autor warnte vor der Ausbreitung von Malaria und anderen Fieberkrankheiten.

Wie der österreichische Vertreter an der Sitzung, Klaus Radunsky vom Umweltbundesamt, schilderte, drohen der Welt durch den Klimawandel und Naturkatastrophen hohe Kosten. In diesem Jahrhundert müssten global gesehen jährlich ein bis vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Schäden aufgebracht werden, sagte er. Für Österreich bedeute dies bis zu zehn Milliarden pro Jahr.