25.01.2007 16:08 |

Sex-Affäre

Israels Präsident Katzav verliert sein Amt

Das israelische Parlament hat am Donnerstag eine dreimonatige Amtsniederlegung des Staatspräsidenten Moshe Katzav akzeptiert. Die Beurlaubung kann auf bis zu sechs Monate verlängert werden, der Präsident steht unter Vergewaltigungs- und Korruptionsverdacht.

In der Zwischenzeit wird die israelische Parlamentspräsidentin Dalia Itzik die Funktionen des Staatspräsidenten ausüben. Katzav beteuerte in einem emotionalen, im Fernsehen direkt übertragenen Auftritt seine Unschuld, sprach von einer Hexenjagd gegen ihn und versprach, im Falle einer Anklageerhebung unverzüglich zurückzutreten.

Die israelische Staatsanwaltschaft will das Staatsoberhaupt wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung von Frauen sowie Korruption vor Gericht stellen. Die Höchststrafe für Vergewaltigung in Israel beträgt 16 Jahre. Eine formale endgültige Anklageerhebung soll zwar erst in bis zu drei Monaten nach einer letzten Anhörung des 61-jährigen Staatsoberhauptes erfolgen.

Präsident soll sich Frauen gefügig gemacht haben
Generalstaatsanwalt Mazuz folgte mit der Entscheidung für eine Anklage einer Empfehlung der Polizei, die sich im Oktober nach monatelangen Ermittlungen dafür ausgesprochen hatte, Katzav vor Gericht zu stellen. Nach Medienberichten soll der Präsident nun wegen sexueller Vergehen gegen vier Frauen angeklagt werden. Er soll sie unter Missbrauch seiner Autorität sexuell gefügig gemacht haben. Die Vorwürfe stammen von ehemaligen Mitarbeiterinnen des Präsidialamts.

Katzav will im Fall einer Anklage zurücktreten
Weitere Anklagepunkte sind die illegale Annahme von Geschenken sowie Behinderung von Ermittlungen und Einschüchterung von Zeugen. Katzavs Anwälte wollten sich zu einem späteren Zeitpunkt zu der Entscheidung von Mazuz äußern und gaben vorerst keinen Kommentar ab. Der Staatschef hatte mehrfach seine Unschuld betont und sich als Opfer von Erpressungsversuchen dargestellt. Er erklärte jedoch, er wolle im Falle einer Anklage zurücktreten.

Weiße Weste von Olmert bekommt ebenfalls Flecken
Die Generalstaatsanwaltschaft hat auch ein Untersuchungsverfahren gegen Ministerpräsident Olmert einleiten lassen, dem angekreidet wird, bei der Privatisierung der Bank Leumi versucht zu haben, privaten Geschäftsfreunden unter die Arme zu greifen.