Fr, 19. Oktober 2018

"Wie Barbaren"

29.09.2017 23:58

Linz: Sexroboter bei Auftritt "schwer verschmutzt"

Das Zeitalter der Sexroboter hat für Menschen wie Sergi Santos längst begonnen. Der spanische Tüftler stellt computerisierte Sexpuppen her und präsentierte das 3000-Dollar-Modell Samantha kürzlich beim Ars Electronica Festival der erstaunten Linzer Öffentlichkeit. Doch der Auftritt endete fatal für den Sexroboter: Festivalbesucher hätten Samantha zwei Finger gebrochen und sie "schwerst verschmutzt", klagt Santos.

Samantha ist ein mit Sensoren, Lautsprecher und Mikro gespickter Sexroboter, der rudimentäre Sprachbefehle versteht und bei Bedarf über Googles Sprachassistent sogar romantische Musik auflegt, wenn der Nutzer es wünscht. Doch der Auftritt des Sexroboters in Linz verlief alles andere als romantisch, berichtet das britische IT-Portal "The Register".

"Sie wurde schwerst verschmutzt. Die Menschen können echt schlecht sein. Weil sie die Technologie nicht verstehen und nicht dafür bezahlen mussten, behandelten sie die Puppe wie Barbaren", klagt Santos über das zudringliche Publikum. Jetzt stehe erst einmal die Reparatur des Sexbots an. "Samantha kann viel einstecken, sie wird es schaffen", gibt sich ihr Schöpfer aber optimistisch.

Veranstalter spricht von "Abnützungserscheinungen"
Die Veranstalter des Ars-Electronica-Festivals können den Ärger des Sexroboter-Tüftlers nicht nachvollziehen. Samantha sei während der ganzen Veranstaltung unbeschädigt geblieben und habe nur normale Abnützungserscheinungen erlitten, erklärten sie im Gespräch mit derstandard.at, nachdem die Geschichte in internationalen Medien die Runde machte.

Santos hat schon 15 Sexroboter verkauft
Der Sexroboter war Anschauungsmaterial beim Linzer Ars Electronica Festival, das heuer im Zeichen der Künstlichen Intelligenz stand. Samantha sollte dort demonstrieren, wie Elektronik seelenlosen Dingen so etwas wie Leben einhaucht. Tatsächlich gibt es längst einen Markt für Sexroboter. Santos, der 3000 US-Dollar für Samantha verlangt, hat schon 15 Stück an Kunden in aller Welt verkauft, heißt es im Bericht.

Doch Sexroboter werfen auch ethische Fragen auf. Die IT-Ethikerin Aimee Van Wynsberghe von der niederländischen Technik-Uni Delft warnt: "Es gibt da diese Idee des moralischen Verfalls. Wir interagieren in diesen Beziehungen auf sehr persönliche Weise mit Robotern - und welche Konsequenzen hat das für die Benutzer? Bedeutet das, dass wir irgendwann nichts mehr mit Menschen zu tun haben wollen, weil es einfacher ist, mit einem Roboter zu plaudern? Einfacher, sich bei einem Roboter sexuelle Genugtuung zu verschaffen?"

 krone.at
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