Mo, 18. Juni 2018

Keine Bewerber

26.09.2017 16:50

Monatelanges Warten: Kinderärzte-Mangel in Wien

Wiener Eltern sind verzweifelt: Um einen Termin beim Kinderarzt zu bekommen, müssen sie oft monatelang warten. Außer sie zahlen privat oder gehen in ein überfülltes Krankenhaus. Insgesamt 83 Kassenmediziner stehen 109 Wahlärzten in ganz Wien gegenüber. "Ein klares Missverhältnis", kritisiert Patientenanwältin Sigrid Pilz.

Besonders in den bevölkerungsreichen Bezirken wie Favoriten oder Simmering findet die Gebietskrankenkasse (WGKK) nicht genügend Bewerber, um Kassenstellen zu besetzen. Weil die Behandlungen zu wenig honoriert werden? Nein, meint die WGKK. Grund für das mangelnde Interesse sei, dass viele Jungärzte vor der Selbstständigkeit zurückschrecken würden.

"Brauchen familienfreundlichere Arbeitsmodelle"
Anders sieht das Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres: "Natürlich sind Kinderärzte, ebenso wie Allgemeinmediziner, schlecht bezahlt." Besonders Frauen würden den Beruf ergreifen. Kassenpraxis und eigene Familiengründung sind schwer miteinander vereinbar, so Szekeres: "Wir brauchen daher neue, familienfreundlichere Arbeitszeitmodelle."

Großer Teil geht bald in Pension
Patientenanwältin Pilz warnt vor einer weiteren Verschärfung der Situation: Drei Viertel der Kinderärzte seien älter als 50 Jahre und gehen in absehbarer Zeit in Pension. Sie fordert mehr Kinderambulatorien mit längeren Öffnungszeiten, um die Spitäler zu entlasten. Zudem sollen in den geplanten Primärversorgungszentren auch Kinderärzte angesiedelt werden.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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