Di, 21. August 2018

Tabuthema

30.08.2017 12:17

SMS warnt vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Die Warnung kommt anonym per SMS oder E-Mail. "Ein/e Freund_in von Ihnen hat eine Syphilisinfektion und möchte, dass Sie sich testen und behandeln lassen." Es folgen eine Telefonnummer und der Hinweis: "Vertraulich". Solche Botschaften an bisherige Sex-Partner können Patienten des Zentrums für sexuelle Gesundheit und Medizin im deutschen Bochum seit kurzem absetzen.

Auf einer Website haben sie dafür unterschiedliche Formulierungen zur Auswahl. Wenn gewünscht, kann man Empfänger auch nur vage auf ein "mögliches Gesundheitsrisiko" hinweisen. Das Angebot zeigt: Auch in Zeiten, in denen Sex medial dauerpräsent ist, bleiben sexuell übertragbare Infektionen mit einem Stigma verbunden. Viele Betroffene trauten sich nicht, über ihre Beschwerden zu sprechen, sagt der Leiter des Zentrums, Norbert Brockmeyer.

Entsprechend wird in Deutschland seit wenigen Jahren wieder vor einer Zunahme von Erkrankungen gewarnt, die man teils schon überwunden glaubte, wie Syphilis und Tripper (Gonorrhoe). Bei Syphilis steigen die Fallzahlen seit 2010 wieder deutlich an, insbesondere in Großstädten und vor allem bei Schwulen.

Hohe Dunkelziffer
Die anonymen SMS-Warnungen haben daher auch das Ziel, die hohen Dunkelziffern bei sexuell übertragbaren Krankheiten zu senken. "Wir sind sehr daran interessiert, das Angebot auch bundesweit auszubauen", sagte Brockmeyer. In den USA gebe es vergleichbare Apps auf dem Markt, die jedoch kaum genutzt würden. Nutzer fürchteten Datenmissbrauch - das sei anders, wenn eine medizinische Einrichtung hinter dem Angebot stehe.

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