07.04.2017 15:22 |

Konflikte an Schulen

Jeder Dritte ist ein Opfer von Mobbing

Der Oberösterreicher Paul H. (17) verhinderte in letzter Sekunde einen Amoklauf an einer deutschen Schule. Sein Internet-Freund aus Deutschland (16) war zuvor gemobbt worden und wollte sich rächen. Auch bei uns ist Internet-Mobbing großes Thema.

Alarmierende Zahlen aus den heimischen Klassenzimmern von Bregenz bis Eisenstadt: Jeder dritte Schüler ist bereits ein Mobbing-Opfer im Internet geworden! Ins Visier von Mobbern geraten oft Brillenträger, Übergewichtige oder Kinder mit Sprachproblemen, die in sozialen Medien dann vor den Augen der Klassenkameraden durch den Kakao gezogen werden.

So auch offenbar passiert in der Sollingschule in der Nähe der deutschen Stadt Göttingen. Ein 16-Jähriger fühlte sich gemobbt und wollte dort - wie berichtet - ein Blutbad anrichten. Dank eines Linzers, der die Pläne im Internet erfuhr und sofort die Polizei alarmierte, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Bis zu ein Jahr Haft bei Cybermobbing
Cybermobbing ist in Österreich ein strafbarer Tatbestand (es droht bis zu einem Jahr Gefängnis). "Wichtig ist es, sofort Alarm zu schlagen", weiß Jugendpsychologin Monika Fraisl (siehe Interview unten). Mittlerweile gibt es nämlich auch Mittel und Wege, um Probleme rund um das Thema aus der Welt zu schaffen.

Interview mit Psychologin Monika Fraisl:

"Krone": Was soll ein Mobbing-Opfer machen?
Monika Fraisl: Wichtig ist es, sofort mit Eltern, Erziehungsberechtigten und Lehrern in Kontakt zu treten und das Problem anzusprechen.

Ist es eine Lösung, einfach mal "zurückzumobben", nach dem Motto "Wie du mir, so ich dir"?
Nein, das bringt überhaupt nichts. Es gibt in diesem Gebiet schon eine enorme Auswahlmöglichkeit an psychologischen Begleitungsformen, auch an Schulen, in Mobbing-Situationen. Das nützt wirklich etwas. Denn was in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden darf, auch der "Mobber" selbst braucht Hilfe, er schreit quasi bei der Tat indirekt um Hilfe.

Wie meinen Sie das?
Eine Mobbing-Tat ist oftmals ein versteckter Hilferuf und ein Zeichen dafür, dass das Selbstwertgefühl sehr gering ist und sich der Mobber stärker fühlt, wenn er jemanden niedermobbt.

Matthias Lassnig und Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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