Mo, 25. Juni 2018

Grüne wollen helfen

23.03.2017 16:56

"Isabella-Bauern" mit einem Fuß in Illegalität

Auf dem großen Markt der Weine spielt die Isabella-Traube zwar eine sehr kleine Rolle, aber sie erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch Bauern, die diese verarbeiten, stehen in der Steiermark mit einem Fuß in der Illegalität. Die steirischen Grünen wollen das nun ändern und machen sich für den legalen Anbau stark.

Der Uhudler ist gerettet" diese Schlagzeile ließ im Sommer 2016 viele Weinbauern im Burgenland aufatmen. Denn die für das wilde Tröpferl verwendeten Trauben zählen zur Gruppe der "Direktträgertrauben", die laut EU-Verordnung für die erwerbsmäßige Weinerzeugung verboten sind.

Viele dieser Sorten werden auch in der Steiermark angebaut, wo sie landläufig Isabella-Traube genannt werden. Von Seiten der Behörden wird dieses Vorgehen zwar geduldet, eigentlich ist es aber nur für den Eigengebrauch erlaubt.

"Das Verbot trifft viele steirische Weinbauern, einigen wurden schon Rodungen angedroht", sagt Heribert Purkarthofer, Obmann der Grünen Bauern. "Und das, obwohl Produkte aus der Isabella-Traube immer beliebter werden und Kleinbauern eine spannende Verdienstmöglichkeit bieten."

Burgenländer als Vorbild für die Steirer
Doch was die Burgenländer gerettet hat, kann auch den Steirern helfen: 2016 wurde das Bundesweingesetz novelliert und neben der Kategorie "Wein" auch die Kategorie "Obstwein" eingeführt. "Der Bund hat damit eine Nische aufgemacht. Die Burgenländer haben das sofort umgesetzt, die Steiermark sollte nachziehen", so Lambert Schönleitner, der Klubobmann der Grünen.

Er will im Landtag einen Antrag für eine Verordnung einbringen, die ermöglichen soll, dass bestehende Anbauflächen erhalten und eventuell ausgebaut und Weinbauern aus der Illegalität geholt werden können.

Eine Bedrohung für den klassischen Weinbau sehen er und Purkarthofer darin nicht: "Die strenge Weingesetzgebung soll nicht in Frage gestellt werden. Aber es geht auch darum, ein Stück der steirischen Ess- und Trinkkultur zu erhalten."

Daten & Fakten

  • Nach der Reblauskatastrophe wurden Direktträgertrauben wie "Isabella" um 1870 aus Amerika importiert und später auch mit europäischen Sorten veredelt.
  • Sie gelten als sehr resistent gegen Krankheiten und Schädlinge.
  • Die Weine aus Direktträgersorten kamen ab den 1980er-Jahren in Verruf, weil sie erhöhte Methanolwerte aufweisen, was als gesundheitsschädigend gilt. Mittlerweile gibt es aber auch Studien, die das widerlegen.
  • Seit 1995 sind von der EU nur mehr vier Direktträgersorten erlaubt und auch das nur bis 2030.
  • Im Burgenland wurden nach der Gesetzesnovellierung 2016 neun Rebsorten neu klassifiziert und dürfen wieder angebaut werden.

Christoph Hartner, Kronen Zeitung

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