Mi, 27. März 2019
28.09.2016 09:30

Unter neuem Chef

Wien Energie steigt in den Smart-Home-Markt ein

Die Wien Energie setzt verstärkt auf Digitalisierung und damit auf Innovationen und neue Partner wie Start-ups. Damit will man auch näher zum Kunden kommen. "Wir wollen innovativer werden und auch neue Kooperationen eingehen", sagte der designierte neue Wien-Energie-Chef Michael Strebl.

In der Wien Energie - die Wiener-Stadtwerke-Tochter ist für Vertrieb und Produktion zuständig - gebe es dafür gute Vorarbeiten und ein gutes Fundament. Dies soll verstärkt werden. Noch im Herbst werde ein Smart-Home-Produkt vorgestellt.

Für Strebl beschleunigt sich der Umbruch am Energiemarkt immer stärker. Der gestiegene Wettbewerb, neue Anbieter und Plattformen, sich verändernde Geschäftsmodelle und vor allem die Digitalisierung erforderten von den Energieversorgern eine erhöhte Veränderungsbereitschaft und mehr Nähe zum Kunden.

Digitalisierung verändert Energiewirtschaft
Die Digitalisierung werde auch die Energiewirtschaft verändern. Ziel sei es, den "Trend der Digitalisierung maximal für unsere Kunden und für Wien Energie zu nutzen", so der ab 1. Oktober amtierende neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Wien Energie. Es gebe die traditionelle Zusammenarbeit in der Energiewirtschaft, aber "auch neue Geschäftsmöglichkeiten, Kooperationen und Start-ups sind für mich ein ganz wichtiges Thema".

Der Energiemarkt sei einer der spannendsten Märkte in der nächsten Zeit, auch weil neue Wettbewerber von außerhalb der Energieversorger kommen werden. Neue Spieler wie Google und Co sieht er als Herausforderung: "Das wird ein spannendes Match, aber ich fürchte mich nicht vor denen." Als Stärken der Wien Energie sieht er dabei unter anderem die starke regionale Verankerung, die große Kundenbasis sowie das Vertrauen der Kunden in das Unternehmen.

Wien Energie will mit Digitalisierung überraschen
Die Wien Energie wolle ihren Kunden spezifische Lösungen anbieten und sie damit auch überraschen, dabei sei die Digitalisierung eine Riesenchance. Die Kundenanforderungen würden künftig differenzierter, spezifischer und bunter sein. Es werde beispielsweise auch Kunden geben, die am Energiemarkt partizipieren und selber Strom erzeugen wollten.

Auch die Trennung nach traditionellen Energieträgern sieht Strebl aufbrechen: In Stadtentwicklungsgebieten beispielsweise könnte beim Heizen die Wärmepumpe, Fernwärme, Gas, Solarthermie zum Zug kommen. Entscheidend seien die Kundenbedürfnisse, "da gibt es keine Allheilmittel und keine Patentrezepte". Die Kundenzahl der Wien Energie sei mit rund 2 Millionen bei Strom, Erdgas und Fernwärme auf einem konstant hohen Niveau.

Der Ausbau der erneuerbaren Energie soll weiter fortgesetzt werden. Die Bürgerbeteiligungsmodelle mit Anteilen an Solar- und Windkraftwerken sind für Strebl auch ein Beispiel für mehr Kundennähe.

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